Angeln in der Wilmersdorfer Seenkette - HechtundBarsch.de

Angeln in der Wilmersdorfer Seenkette – Eine Berliner Geheimwaffe

Wer weiß, dass ich in Berlin-Charlottenburg wohne, kann sich vielleicht denken, dass ich nicht lange suchen musste, um ein nahes Revier zu finden. Direkt in der Nachbarschaft, im angrenzenden Wilmersdorf, schlummern ein paar kleine Seen, die auf den ersten Blick unscheinbar wirken – aber es wirklich in sich haben. Also machte ich mich schlau, wie man dort überhaupt ans Wasser darf.

Wo liegt die Wilmersdorfer Seenkette?

Am Rand des Grunewalds, eingebettet in ein größtenteils bebautes Stadtgebiet, liegt die Wilmersdorfer Seenkette. Zum einen gehören der natürliche Halensee und der Hundekehlesee dazu, zum anderen die vier aus ausgehobenen Mooren entstandenen Gewässer: Dianasee, Hubertussee, Herthasee und Koenigssee. Diese sechs künstlichen Seen hängen miteinander zusammen, sind etwa 3 Meter tief und weisen überwiegend trübes Wasser auf.

Eine Ausnahme bildet der Hundekehlesee – er bringt es auf bis zu 7 Meter Tiefe, das Wasser ist erstaunlich klar, und man kann problemlos bis auf 3 Meter Tiefe schauen. Der Halensee hingegen ist eher trüb und reicht in der Spitze auf stolze 10 Meter hinunter.

Angelerlaubnis oder Mitgliedschaft im Angelverein?

Eine Jahreskarte berechtigt zum Angeln vom Ufer aus. Da die Seen aber zu einem großen Teil von Privatgrundstücken gesäumt werden, sind geeignete Uferstellen rar gesät. Die Alternative: eine Vereinsmitgliedschaft beim Angelverein Wilmersdorf, die einem den Zugang zu den vereinseigenen Booten eröffnet – auf jedem See liegt mindestens eines. Da ich sowieso am liebsten vom Boot aus angle, war die Entscheidung für mich schnell klar. Pünktlich zum Ende der Schonzeit Ende April war ich Mitglied.

Theorie und Wirklichkeit

Eigentlich wollte ich einfach nur ein Gewässer in der Nähe haben, das mir trotz meines zeitintensiven Jobs auch unter der Woche ein bisschen Auszeit erlaubt. Mein Plan: Angeln ins Auto, morgens ins Büro, abends direkt ans Wasser – Vogelgezwitscher inklusive. Was ich dann erlebt habe, hat diesen schlichten Plan weit übertroffen. Diese sechs Seen haben sich als echte Schmuckstücke herausgestellt!

Hechte, Barsche & Zander

Ich testete nach und nach jeden See – und die Bilanz kann sich sehen lassen: In sechs Ausflügen von jeweils 3 bis 4 Stunden landete ich 32 Hechte und 5 Barsche im Kescher. Zwei der Hechte knackten die 80-cm-Marke, drei weitere lagen über 70 cm. Der stärkste Barsch maß satte 41 cm. Laut erfahrenen Vereinsmitgliedern sollen in den Seen auch reichlich Zander unterwegs sein – ich bin ebenfalls überzeugt, den einen oder anderen Zanderbiss schon gespürt zu haben, gefangen habe ich hier aber noch keinen. Nach der Schonzeit werde ich gezielt auf sie gehen und natürlich berichten.

Langsam könnte ich mir überlegen, ob mein Name noch passt – bei Hechten und Barschen läuft es schließlich wie am Schnürchen. Wer neben Raubfischen auch am Friedfischangeln Freude hat: Die Seen bieten reichlich Karpfen und Schleie, das Revier hält also für alle etwas bereit.

Welche Köder funktionieren?

Welcher der sechs Seen der beste Raubfischspot ist, kann ich nach dieser kurzen Zeit noch nicht abschließend sagen – auf allen sechs habe ich gut gefangen. Umgefallene Bäume, Schilf und Seerosen sorgen überall für klassische Raubfischstrukturen. Was ich aber sagen kann: Die Köderauswahl macht einen spürbaren Unterschied. Im klaren Hundekehlesee liefen natürliche Farben – konkret Wasabi und Whisky von Lieblingsköder – am besten. In den trüben Gewässern war Pinky von Lieblingsköder sowie der Fox Rage „Snax" in der Farbe Firetiger meine erste Wahl.

Fazit zur Wilmersdorfer Seenkette

Der Beitritt zum Verein war schlicht eine der besten Entscheidungen dieser Saison. Havel, Müritz oder Ostsee stehen bei mir nach wie vor auf dem Programm – aber die Wilmersdorfer Seenkette füllt eine Lücke, die ich vorher gar nicht so klar gesehen hatte. Wenn man weiß, dass nach dem Bürotag noch ein paar Hechte in der Dämmerung auf einen warten, macht selbst ein langer Arbeitstag weniger aus.

Dass mitten in Berlin so eine grüne Oase existiert, ist wirklich kaum zu glauben. Besonders schön: Ich bin dem Verein just zu dem Zeitpunkt beigetreten, als der Nachwuchs von Enten, Schwänen, Haubentauchern und Blässhühnern geschlüpft ist – jetzt kann ich beim Aufwachsen zuschauen, und alle sehen gesund und munter aus. Abschließend noch ein Wort zu den Vereinsmitgliedern: Jeder, dem ich bisher begegnet bin, war ausgesprochen freundlich und hilfsbereit. Wo auch immer Du gerade Deine Ruten auswirfst – genieß es, und bis zum nächsten Mal wünsche ich Dir ratternde Rollen.

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