
Shallow Rig
Das Shallow-Rig ist die clevere Montage für alle, die große Gummifische im Flachwasser gezielt auf Hecht einsetzen wollen. Es hält den Köder sicher beim Auswurf und bringt das Hakensystem genau dorthin, wo es beim Biss eines kapitalen Hechtes sein muss.
<h2>Flach mit Schraube: Das Shallow-Rig im Detail</h2><p>Der Begriff <em>Shallow</em> kommt aus dem Englischen und steht schlicht für "flach". Das <em>Shallow-Rig</em> ist damit zunächst eine Montage für das Flachwater - weit mehr als das aber ist es heute die Grundlage für nahezu die gesamte Gummifischerei auf Hecht mit großen Ködern.</p><p>Der Ausgangspunkt war ein handfestes Problem: Wie bringt man an einem übergroßen Gummifisch sinnvoll Haken unter? Gerade bei <strong>harten Gummimischungen, die mehrere Hechtattacken überstehen</strong>, ist ein klassischer Jighaken schlicht keine Option. Ab einer bestimmten Hakengröße zerstört ein Jigkopf außerdem die natürliche Aktion des Köders vollständig. Trotzdem brauchte es eine Lösung: Der Köder muss beim Wurf sicher am Schnur bleiben und darf nicht davonfliegen, und gleichzeitig muss das Hakensystem so sitzen, dass auch starke Fische sicher im Drill gehalten werden.</p><h3>Woher stammt das Shallow-Rig?</h3><p>Der genaue Ursprung lässt sich nicht mehr eindeutig nachvollziehen, vermutlich kam die Idee aus Skandinavien. Irgendwann hatte jemand den Einfall, eine stabile <strong>Edelstahlspirale</strong> vorne mit einer Öse zu versehen und diese sogenannte <em>Shallow-Screw</em> einige Zentimeter tief in die Nase des Gummifisches einzuschrauben. Das Ergebnis war überzeugend: Der Köder hielt hunderte von Würfen lang, ohne sich zu lösen. Das Problem mit dem sicheren Sitz war damit gelöst.</p><p>Für die Unterbringung der Haken griff man zunächst auf Stahlvorfach mit Klemmhülsen zurück, die an der <em>Shallow-Screw</em> befestigt wurden. Eine Hakenspitze wurde dabei im Gummikörper positioniert. Für die Hechtfischerei funktionierte das gut, doch es gab Schwachstellen: Die kurzen Vorfachstücke verdralten schnell stark, das Hakensystem musste häufig und aufwendig erneuert werden. Außerdem rissen die Haken beim Biss Schlitze in den Gummikörper und machten den Köder rasch unbrauchbar.</p><p>Seitdem wurde das Shallow-Rig kontinuierlich weiterentwickelt. Das Ergebnis sind heute <strong>Systeme, die im Grunde auf Dauer ausgelegt sind</strong> und bei denen nur einzelne Komponenten gelegentlich getauscht werden müssen.</p><h3>Die Einzelbauteile des Shallow-Rigs</h3><p><strong>Ein modernes Shallow-Rig setzt sich aus folgenden Komponenten zusammen:</strong></p><ul><li>Shallow-Screw(-system)</li><li>Drilling(e)</li><li>Stinger Spike(s)</li><li>Mehrfach-Wirbel</li><li>Split-Rings</li><li>optional: Stahlvorfach</li></ul><p>Das Stahlvorfach wird heute in vielen Setups durch den Einsatz von Mehrfachwirbeln vollständig ersetzt. Das macht die gesamte Montage langlebiger, verhindert Verdrallungen zuverlässig und spart beim Aufbau Zeit.</p><h4>Shallow-Screw</h4><p>Die Grundaufgabe der <em>Shallow-Screw</em> hat sich seit den Anfängen nicht verändert: Sie hält den Köder sicher. Moderne Varianten bieten aber mehr - auf einigen Modellen lassen sich passende Zusatzgewichte aufstecken, mit denen Du die Lauftiefe des Köders direkt anpassen kannst. Bei klassischen Screws stehen Dir <strong>schnell wechselbare Einhängegewichte</strong> zur Verfügung, die dieselbe Funktion erfüllen. So verwandelst Du ein Shallow-Rig im Handumdrehen in ein <em>Deep-Rig</em> und kannst die komplette Wassersäule von der Oberfläche bis zum Grund befischen.</p><h4>Drilling</h4><p>Die Drillinge werden über Split-Rings und Mehrfachwirbel mit der Shallow-Screw verbunden. An den Drillingen selbst werden zusätzlich über Sprengringe die Stinger-Spikes befestigt, die den Köder in Form halten.</p><h4>Stinger Spike</h4><p>Stinger Spikes sind <strong>Edelstahlstifte mit Öse</strong>, es gibt sie mit und ohne Widerhäkchen. Du steckst sie einfach in den Gummikörper, wo sie die Drillinge am richtigen Platz halten. Schlägt ein Hecht zu, lösen sich die Spikes leicht aus dem Gummi, ohne ihn zu beschädigen. Das verlängert die Haltbarkeit der Köder spürbar. Im Drill kann sich der Fisch außerdem schlechter aushebeln, da der Gummikörper aus dem Hechtmaul gleitet und während des Drills nicht weiter unter Druck steht.</p><p>Was über die Jahre entstanden ist, lässt sich am besten als <strong>vollständig modulares Hecht-System</strong> beschreiben. Du kannst es auf jede Ködergröße abstimmen, die Hakenbestückung frei wählen und die Gewichtsverteilung am Köder individuell einstellen.</p><h2>Anwendungshinweis</h2><p>Beim Aufbau eines Shallow-Rigs gilt: Stimme die Größe der <em>Shallow-Screw</em> immer auf den Durchmesser des Gummifisches ab - eine zu dünne Schraube hält im weichen Gummi nicht zuverlässig. Die Drillinge sollten so positioniert sein, dass ihre Spitzen knapp unter der Oberfläche des Gummikörpers liegen und beim Biss sofort frei kommen. Wechsle Stinger Spikes und Split-Rings regelmäßig, da sie die am stärksten beanspruchten Bauteile des Systems sind. Für die Fischerei in dicht bewachsenem Flachwasser empfiehlt sich der Einsatz einzelner großer Drillinge statt mehrerer kleiner, um Verhaker zu reduzieren.</p><h2>Shallow-Rig als Video</h2><p>Die folgenden Videos zeigen Dir, wie Du ein Shallow-Rig Schritt für Schritt aufbaust und wie Du es in der Praxis sinnvoll einsetzen kannst.</p><p><iframe frameborder="0" src="https://www.youtube.com/embed/8Ffp9W3vHTs" width="560" height="315" allowfullscreen=""></iframe></p><p><iframe frameborder="0" src="https://www.youtube.com/embed/oLzJ60pLPN8" width="560" height="315" allowfullscreen=""></iframe></p>

















































