
Geflochtene Schnur
Geflochtene Schnüre fürs Raubfischangeln - hier findest Du alles, was Du brauchst. Modernste Fertigungstechnologien machen diese dehnungsfreien Geflechte so erschreckend dünn und gleichzeitig so stark, dass die Tragkraftwerte mancher Monoschnüre alt aussehen.
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7 Varianten
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<h2>Kaufberatung: Geflochtene Schnüre im Überblick</h2><p>Die Schnur ist Deine einzige direkte Verbindung zum Fisch - und damit wohl die unterschätzteste Komponente der gesamten Angelausrüstung. Wer hier spart oder die falsche Wahl trifft, riskiert nicht nur verlorene Fische, sondern auch frustrierende Ausrüstungsprobleme auf dem Wasser.</p><p>Die gute Nachricht: Die Entwicklung in diesem Bereich schreitet rasant voran. Steife, widerspenstige Monofilschnüren gehören der Vergangenheit an. Genauso wie flache, sich verdrallende Geflechte mit zweifelhafter Tragkraft und miserablen Knoteneigenschaften. Moderne Geflechtschnüre sind heute <strong>farbecht, geschmeidig, ultraschlank und erstaunlich tragfähig</strong> - aber auch hier gibt es zwischen den einzelnen Produkten erhebliche Unterschiede, die Du kennen solltest.</p><h3>Das Grundmaterial</h3><p>Geflochtene Schnüren, oft als PE-Schnüren bezeichnet, bestehen aus verschiedenen Kunstfasern, die häufig unter geschützten Herstellerbezeichnungen vermarktet werden. Bekannte Materialien sind Dyneema, Spectra, Kevlar oder andere PE-Fasern (Polyethylen). Allen gemeinsam ist der Fertigungsprozess: Mehrere Einzelstränge werden miteinander verflochten, wobei Anzahl, Dicke und Flechtwinkel der Stränge die Eigenschaften der fertigen Schnur maßgeblich bestimmen. Aktuell sind Geflechte aus drei, vier, sechs, acht oder zwölf Einzelsträngen erhältlich.</p><h3>Die Flechtung</h3><p>Die Anzahl der Einzelstränge hat direkten Einfluss auf das Verhalten der Schnur. Grundsätzlich gilt: <strong>Mehr Stränge bedeuten eine glattere, rundere und leisere Schnur</strong>. Doch auch der Flechtwinkel, also der Winkel, in dem die Stränge miteinander verwoben sind, spielt eine entscheidende Rolle.</p><p>Wenn viele Stränge zu einer Schnur vereint werden, werden die Lücken zwischen den einzelnen Fasern kleiner - die Schnur wird runder, glatter und geschmeidiger. Der logische Umkehrschluss: Bei gleicher Gesamtdicke müssen die Einzelstränge dünner ausfallen, je mehr davon verflochten werden. Das kostet etwas Abriebfestigkeit.</p><h4>X8 oder X4: 4-fach oder 8-fach geflochtene Schnüren?</h4><p>Unterm Strich lässt sich festhalten: <strong>4-fach geflochtene Schnüren sind robuster gegen Abrieb und langlebiger, dafür etwas lauter in den Ringen und weniger weich beim Fischen.</strong> 8-fach oder 12-fach geflochtene Schnüren sind geschmeidiger, leiser und werfen sich angenehmer, verlieren aber vergleichsweise schneller, wenn es an scharfen Kanten oder steinigem Grund zur Reibung kommt. Den richtigen Kompromiss musst Du für Dein Revier und Deine Zielfischart selbst finden.</p><p>Für Bereiche mit wenig Hindernissen und maximalen Wurfweiten greifst Du besser zu einem 8-fach oder 12-fach Geflecht. Rund um Steinkanten, Raps oder grobem Kies dagegen schlägt die Stunde der 4-fach Geflechte.</p><h3>Beschichtung</h3><p>Manche Hersteller versehen ihre Schnüren mit einer Beschichtung, die Abrieb, Wurfweite und Geräuschverhalten verbessern soll. Das klingt gut - hat aber einen Haken: Viele Beschichtungen halten nur eine begrenzte Zeit, danach verhält sich die Schnur anders als erwartet. Eine Beschichtung kann eine hochwertige Flechtung also allenfalls ergänzen, niemals ersetzen. Kein Wunder, dass viele namhafte Hersteller von Anfang an komplett auf Beschichtungen verzichten.</p><h3>Die Farbe</h3><p>Die Farbauswahl bei Geflechtschnüren reicht von schlicht Schwarz bis zu grellem Neongelb. Grundsätzlich ist die Farbwahl Geschmacksache - aber ein paar Punkte solltest Du im Kopf behalten.</p><p>Gut sichtbare Schnüren geben Dir beim Wurf und bei der Köderführung mehr Kontrolle. Dunkle Schnüren, helle Schnüren, bunte Schnüren - jeder Angler hat hier seine Vorliebe. Bedenke aber: Was Du gut siehst, könnten im Zweifel auch die Fische sehen. In klaren Gewässern lohnt sich daher der Griff zur unauffälligeren Variante.</p><p>Spezielle Multicolor-Schnüren, die vor allem beim Meeresangeln eingesetzt werden, wechseln in festgelegten Abständen die Farbe. So weißt Du beim Vertikalfischen in großen Tiefen immer genau, wo Dein Köder gerade hängt.</p><p>Achte außerdem auf die Farbbeständigkeit. <strong>Schnüren, deren Farbe schnell ausblutet, hinterlassen Verfärbungen an Ringen und Rolle</strong> - während die Schnur selbst verblasst. Eine langlebige Färbung ist deshalb ein echtes Qualitätsmerkmal. Interessanter Nebeneffekt: Helle Schnüren wie Weiß oder Hellgrau verfärben sich im Laufe der Zeit durch Schmutz und Sediment von selbst dunkler und entwickeln dadurch einen natürlichen Tarneffekt.</p><h3>Tragkraft und Durchmesser</h3><h4>Durchmesserangaben</h4><p>Durchmesser- und Tragkraftangaben bei Geflechtschnüren sind mit Vorsicht zu genießen. Das Problem: Geflochtene Schnüren lassen sich anders als Monofilschnüren zusammendrücken, was eine einheitliche Messung erschwert. Einen verbindlichen Messstandard gibt es nicht. Orientiere Dich deshalb lieber an den angegebenen Tragkräften als am Durchmesser.</p><h4>Der PE-Wert</h4><p>Verlässlicher ist der PE-Wert. Dabei wird das Gewicht der Schnur pro Lauflänge ermittelt - bei gleichem Ausgangsmaterial ein recht stabiler Vergleichswert. Immer mehr Rollenhersteller geben die Spulenfassung bereits in Metern PE an, was die Orientierung deutlich erleichtert.</p><p>Die dünnsten Schnüren starten bei PE 0.3, was einer Tragkraft von etwa 1,7 bis 2,5 Kilogramm entspricht. Nach oben reicht die Skala bis PE 6 oder PE 8 mit Tragkräften von 30 bzw. 40 Kilogramm. Stärkere Schnüren (PE 10, PE 12, PE 15) sind erhältlich, im deutschsprachigen Raum aber selten zu finden.</p><p><strong>Die folgende Tabelle gibt Dir einen ersten Anhaltspunkt für die passende Schnurstärke:</strong></p><table><tbody><tr><td><p><strong>PE-Wert</strong></p></td><td><p><strong>Tragkraft (kg)</strong></p></td><td><p><strong>Einsatzzweck</strong></p></td></tr><tr><td><p>0.3 - 0.6</p></td><td><p>1,7 - 4,0</p></td><td><p>Forellenfischen, Ultralight, Light Rock Fishing, Barschangeln</p></td></tr><tr><td><p>0.8 - 1.5</p></td><td><p>5,0 - 9,0</p></td><td><p>Zanderangeln, Hechtangeln, Rapfenangeln</p></td></tr><tr><td><p>2.0 - 4.0</p></td><td><p>10,0 - 22,0</p></td><td><p>Hechtangeln mit großen Ködern, leichtes Spinnfischen auf Wels, Meeresangeln</p></td></tr><tr><td><p>5.0 - 8.0</p></td><td><p>25,0 - 40,0</p></td><td><p>Tropisches Meeresangeln, Welsangeln, Hechtangeln mit Bigbaits</p></td></tr></tbody></table><h3>Anwendungshinweis</h3><p>Damit Dein Geflecht lange hält und seine Eigenschaften behält, lohnt es sich, ein paar einfache Grundregeln zu beachten. Spule die Schnur unter leichtem Zug auf die Rolle, damit sich das Geflecht sauber und gleichmäßig legt. Nach dem Angeln in schlammigen oder sandigen Gewässern empfiehlt es sich, die Schnur kurz abzuspulen und nass abzuwischen - Schmutzpartikel greifen die Fasern auf Dauer an. Überprüfe die ersten Meter der Schnur regelmäßig auf Beschädigungen, gerade nach dem Kontakt mit Steinkanten oder Muschelschalen. Ein kurzes Abschneiden der beanspruchten Vorsatzlänge kann die Lebensdauer der gesamten Schnur deutlich verlängern.</p>





































