<p>Regen ist nicht gleich Regen - das weiß jeder Angler, der schon einmal einen langen Tag am Wasser verbracht hat. Ein kurzes Sprühen aus tiefen Wolken ist eine Sache. Stundenlanger Dauerregen oder ein echter Gewitterguss sind eine völlig andere Hausnummer. Wer ohne die passende Ausrüstung draußen ist, riskiert nicht nur einen ruinierten Angeltag, sondern bei kühlen Temperaturen auch eine handfeste Erkältung oder schlimmstenfalls eine gefährliche Auskühlung. Ein nasser Angler am Ufer ist kein schönes Bild - und kein nötiges. Der Markt bietet heute eine breite Palette an Regenjacken, -hosen und kompletten Regenkombis für jeden Einsatzbereich.</p><h2>Nur mal eben schnell überziehen</h2><p>Für den kurzen Schauer zwischendurch gibt es kompakte, leichte Jacken und Hosen mit kleinem Packmaß, die sich problemlos im Angelrucksack verstauen lassen. Das ist praktisch, hat aber seinen Haken: Viele dieser Leichtgewichte sind weder für anhaltenden starken Regen gedacht, noch besonders atmungsaktiv. Wer sich viel bewegt, schwitzt darunter schnell kräftig. Eine Ausnahme bilden dünne zweilagige Jacken aus Gore-Tex-Material - sie kombinieren geringes Gewicht mit echter Wetterfestigkeit und guter Atmungsaktivität, gehören aber zu den hochwertigeren Lösungen in diesem Segment.</p><h2>Kleidung für den Sturzregen</h2><p>Wer bei jedem Wetter draußen bleiben will und nicht früher als geplant einpacken möchte, braucht eine hochwertige Regenkombi. Versiegelte Nähte, abgedeckte oder wasserdichte Reißverschlüsse, dichte Taschen, eine Latzhose sowie wasserdichte Bündchen an Ärmeln und Beinabschlüssen sind bei ernsthafter Bekleidung Pflicht. Atmungsaktivität sollte dabei kein Luxusmerkmal sein, sondern Standard - andernfalls sitzt Du nach kurzer Zeit im eigenen Dampf. Outdoor-, Segel- oder speziell entwickelte Angelbekleidung aus Gore-Tex oder vergleichbaren Membranlösungen ist hier die zuverlässigste Wahl.</p><h2>Wassersäule: Maß für Wasserdichtigkeit</h2><p>An Regenbekleidung findest Du häufig die Angabe der Wassersäule in Millimetern. Dieses Maß beschreibt direkt, wie viel Wasserdruck das Material aushält, bevor es durchfeuchtet. Günstige Einstiegsmodelle liegen oft bei rund 5.000 mm - das übersteht einen leichten Schauer, ist aber nicht für intensiven Regen ausgelegt.</p><p>Solide Bekleidung für längere Regenperioden beginnt ab etwa 8.000 bis 10.000 mm Wassersäule. Uferangler kommen damit in der Regel gut durch. Wer dagegen häufig auf dem Boot unterwegs ist und dabei Wellen, Spritzwasser und anhaltenden Regen aushalten muss, sollte auf Bekleidung mit 20.000 bis 28.000 mm setzen. In dieser Klasse sind Bündchen, Taschen und Kragen vollständig versiegelt - für wirklich harte Bedingungen auf österreichischen Seen und Flüssen.</p><h2>Freies Atmen</h2><p>Atmungsaktivität ist genauso relevant wie die Wassersäule - und genauso verschieden ausgeprägt. Angegebene Atmungsaktivitätswerte sind als Richtwert zu verstehen, denn in der Praxis hängt die Leistung stark von den Außenbedingungen ab. Bei hoher Luftfeuchtigkeit und strömendem Regen stößt jedes Material an seine Grenzen. Entscheidend ist die Atmungsaktivität vor allem dann, wenn Du Dich den ganzen Tag bewegst und die Bekleidung durchgängig trägst. In Regenpausen transportiert ein gutes Membranmaterial die Körperfeuchtigkeit nach außen - Du bleibst trocken, ohne zu schwitzen.</p><h2>Richtige Größe finden</h2><p>Regenbekleidung bietet in der Regel keine Isolierung. Bei Wind und Nässe kommt schnell Verdunstungskälte dazu, sodass Du darunter eine wärmende Schicht brauchst. Wähle deshalb lieber eine Nummer größer, damit Fleece oder ein Funktionspullover bequem darunter passt, ohne dass die Bewegungsfreiheit eingeschränkt wird oder die Nähte unter Spannung geraten.</p><h2>Anwendungshinweis</h2><p>Damit Deine Regenbekleidung lange leistungsfähig bleibt, lohnt es sich, die DWR-Imprägnierung (Durable Water Repellency) regelmäßig aufzufrischen. Diese Außenbeschichtung sorgt dafür, dass Wasser abperlt und die Membran nicht von außen sättigt. Nach mehrfachem Tragen und Waschen lässt sie nach. Ein spezielles Imprägnierspray oder ein Imprägniermittel für die Wäschetrommel stellt die Funktion wieder her. Achte darauf, das Produkt auf das Material Deiner Bekleidung abzustimmen, und halte Dich an die Herstellerangaben zur Pflege.</p><h2>Qualität zahlt sich aus</h2><p>Hochwertige Funktionsbekleidung ist eine Investition in Deinen Komfort an langen Angeltagen. Denn wer durchgefroren und klatschnass am Ufer sitzt, denkt kaum noch an den nächsten Biss. Beim Angeln soll schließlich nur der Fisch nass werden - nicht der Angler.</p>