Barsch-Wahnsinn am Drewitzer See - HechtundBarsch.de

Barsch-Wahnsinn am Drewitzer See: Sturmangeln, Rekorde und eine unvergessliche Hochzeitsreise

Winterangeln ohne zu frieren: So bleibst Du warm am Wasser Du liest Barsch-Wahnsinn am Drewitzer See: Sturmangeln, Rekorde und eine unvergessliche Hochzeitsreise 5 Minuten Weiter Angeln in Thailand: Ein Erfahrungsbericht der besonderen Art

Manchmal plant man eine romantische Reise und das Leben – oder genauer gesagt: der Wettergott – hat ganz eigene Vorstellungen davon. Meine Frau und ich hatten uns vorgenommen, unseren ersten Hochzeitstag am 6. Dezember am Drewitzer See zu feiern. Romantik, Entspannung, und natürlich – wer kennt das nicht – auch der ein oder andere Fisch. Das Wochenende war gebucht, die Vorfreude riesig. Dann kam die Hiobsbotschaft: Orkan Xaver sollte genau vom 6. bis 8. Dezember mit Windstärken jenseits der 120 km/h über Mecklenburg-Vorpommern hinwegfegen. Kurze Beratung mit mir selbst – und die Entscheidung stand: Wir fahren trotzdem.

Starker Wind am Drewitzer See

Freitagabend rollten wir an und was mich dort begrüßte, hatte ich am Drewitzer See so noch nie erlebt. Weißer Schaum auf der Wasseroberfläche, meterhohe Wellen – an eine Bootstour war schlicht nicht zu denken. Das Boot blieb im Hafen, keine Diskussion. Was aber geblieben ist: der Steg. Also kurzerhand warm eingepackt und ein paar Würfe vom Steg gewagt – was kann schon schiefgehen?

Equipment für den Sturmtag

Am Drewitzer See gilt grundsätzlich: Ein Hecht kann immer kommen. Deswegen war mein Setup mit geflochtener Schnur, 60 cm Hartmono-Vorfach und 16 Kilo Tragkraft entsprechend ausgelegt. Um beim Sturm nicht unnötig viel Gepäck zu schleppen, hatte ich nur zwei Köder dabei: einen Fox Rage Snax und einen unserer Lieblingsköder von hechtundbarsch.at. Bei dem Wind habe ich auf einen 21g Jigkopf gesetzt – und beim allerersten Wurf zeigte der Drewitzer See sofort, was in ihm steckt.

Anwendungshinweis

Kleiner Tipp aus der Praxis für alle, die bei starkem Wind vom Ufer oder Steg fischen: Schwere Jigköpfe sind dein bester Freund. Ab 18 bis 21 Gramm behältst Du auch bei böigem Gegenwind die Kontrolle über Deine Präsentation und kannst den Köder sauber durch die Strömung führen. Ein kurzes, knackiges Arbeiten direkt am Steg – oft direkt unter Dir – bringt dabei häufig die besten Reaktionen von Barsch und Hecht. Weniger ist mehr: ein, zwei Köder, die Du wirklich kennst, sind wertvoller als ein vollgepackter Tacklekoffer, den Du im Orkan nicht mal aufbekommst.

Hecht in Sicht

Der erste Biss war ein echter Einschlag – kräftig, unmissverständlich. Im Drill schälte sich ein sehr großer Hecht an die Oberfläche. Kurzer Jubel meinerseits, dann das klassische Drama: Er sprang raus, schüttelte den Kopf, und der Köder war weg. Passiert. Schmerzt trotzdem.

Die Trauer hielt sich allerdings in Grenzen, denn beim direkt nächsten Wurf zog es wieder. Diesmal blieb ich ruhiger im Drill, nahm mir die Zeit – und durfte schließlich einen 40 cm Barsch in den Händen halten. Ein richtig schöner, kräftiger Kerl. Nach dem Foto und der Messung zurück ins Wasser, und sofort weitergemacht. Die Dämmerung rückte näher, also keine Zeit verlieren. Noch ein weiterer Barsch später wollte Jasmin selbst ein paar Würfe probieren – und es sollte sich lohnen: Sie landete kurz vor der Dunkelheit ihren persönlichen Barsch-Rekord mit 35 cm. Ein Riesengrinsen auf beiden Seiten, trotz Sturm und Kälte. Das war der perfekte Start ins Wochenende.

Bootstour bei Wind

Samstag: Der Orkan hatte sich etwas beruhigt. Noch immer windig, aber das Boot war wieder eine Option. Nach einem ausgiebigen Frühstück und einer kurzen Wellnessrunde – man gönnt sich ja sonst nichts – stachen wir in See und steuerten unsere bewährten Spots an. Der Himmel zeigte sich von seiner besten Seite: strahlender Sonnenschein. Die ersten zwei Stunden? Kein einziger Biss. Null. Nichts.

Echtes Barschwetter

Dann der Schwenk in unsere Lieblingsbucht. Vier Meter Wassertiefe, klares Wasser – man sieht fast den Grund. Eigentlich kein klassischer Hotspot, aber manchmal lohnt es sich, die eigene Erwartungshaltung einfach loszulassen. Was dann passierte, hat mich wirklich umgehauen: Innerhalb einer einzigen Stunde konnten wir 13 Barsche haken, alle zwischen 32 und 44 Zentimetern. Eine solche Konzentration an starken Barschen in so kurzer Zeit hatte ich dort noch nie erlebt. Absolut geil.

Nach dieser aufregenden Session war der Hunger größer als die Angellust – wir gönnten uns einen warmen Abend im Restaurant mit Blick auf den See und ließen den Tag ausklingen.

Letzter Tag: PB Barsch

Sonntag, letzter Tag, Koffer schon halb gepackt. Trotzdem: Noch ein paar Würfe vom Steg, bevor wir die Heimreise antreten. Und wieder hat sich der Drewitzer See nicht lumpen lassen. Jasmin schnappte sich einen neuen persönlichen Rekord: 37 cm Barsch – strahlend und zu Recht stolz. Auch ich durfte noch den ein oder anderen schönen Barsch begrüßen und verabschieden.

Was diesen Trip so besonders gemacht hat: Normalerweise ist der Drewitzer See für uns ein klassisches Hechtgewässer. Diesmal haben wir keinen einzigen Hecht gelandet – einen verloren, das war's. Und trotzdem, oder gerade deswegen, war es ein Angelerlebnis, das wir so schnell nicht vergessen werden. Der See hat uns einfach auf dem falschen Fuß erwischt – auf die schönste Art. Sämtliche gefangenen Fische wurden selbstverständlich zurückgesetzt – wer weiß, vielleicht haben sie bis zu unserem nächsten Besuch noch ein paar Zentimeter draufgelegt. Der nächste Trip ist jedenfalls schon in Planung.

Bis dahin – ratternde Rollen für Euch alle!

Schreibe einen Kommentar

Alle Kommentare werden vor dem Veröffentlichen geprüft.

Diese Website ist durch hCaptcha geschützt und es gelten die allgemeinen Geschäftsbedingungen und Datenschutzbestimmungen von hCaptcha.