Dorsch-Testangeln mit "Möhrchen" von Lieblingsköder - HechtundBarsch.de

Dorsch-Testangeln mit dem Möhrchen von Lieblingsköder - Ein Erfahrungsbericht

Ein Tag auf dem Wasser mit Victor von „Ich geh' angeln" Du liest Dorsch-Testangeln mit dem Möhrchen von Lieblingsköder - Ein Erfahrungsbericht 6 Minuten Weiter Predatortour 2019 - Ein Erlebnisbericht von Daniel Andriani

Vor einiger Zeit stand ein Testangeln in Heiligenhafen auf dem Programm. Auf dem Plan stand, die eigens für die Dorschangelei entwickelten Möhrchen von Lieblingsköder mal so richtig auf Herz und Nieren zu prüfen. Für mich war das gleichzeitig die allererste Tour überhaupt auf Dorsch - ich hatte den Möhrchen also bisher ausschließlich beim Hechtangeln eingesetzt. Und das durchaus mit Erfolg, denn Neonfarben machen bei schlechter Sicht und trübem Wasser eine Menge her. Nun aber war es endlich Zeit, den Köder dort zu erleben, wofür er eigentlich gebaut wurde.

Wer war dabei?

Die Truppe konnte sich sehen lassen: Mit von der Partie war Jens, der Kopf hinter Lieblingsköder und sozusagen der Vater des Möhrchens. Dann Dennis, der Dorschangel-Experte, dessen Hinweis Jens überhaupt erst dazu gebracht hatte, diesen knallorangenen Magneten zu entwickeln. Außerdem Luis von Big L-Fishing, der gerade dabei ist, sich als aufgehender Star der Angelfilm-Szene einen Namen zu machen. Dazu kam der selbsternannte Hamburger Zanderkönig Crazy Dodo sowie die norddeutschen Vielfänger Jeanette, Micha und Marco, die sogar ihre Mama als Verstärkung im Gepäck hatten. Insgesamt also eine neunköpfige Crew.

Angelspot: Heiligenhafen

Nach zweieinhalb Stunden Fahrt raus aufs Meer von Heiligenhafen aus konnte es dann endlich ernst werden.

Das Ziel war eindeutig: schöne Dorsche sollten es sein. Die Art und Weise, wie jeder Einzelne dieses Ziel angehen wollte, war dabei alles andere als einheitlich. Unser neunköpfiges Team setzte geschlossen auf den knallorangen Gummi von Lieblingsköder - die anderen rund 20 Meeresangler auf dem Kutter dagegen fischten mit allem, was die Tackletasche hergab: von natürlichen Würmern über Pilker bis hin zu verschiedensten Twistern.

Gemeinsamkeiten und Unterschiede

Beim Köder waren wir uns also einig, bei der Montage und der Technik gingen die Meinungen dann aber doch weit auseinander. Die meisten in unserem Team griffen anfangs zu Mehrfach-Haken-Konstruktionen: Unter einem schweren Jigkopf zwischen 50 und 110 Gramm wurden Angstdrillinge am 12,5 cm Möhrchen montiert, oder es wurde gleich mit bis zu drei zusätzlichen 10-cm-Möhrchen auf Offset-Haken als Beifänger geangelt.

Einzig Dennis und ich gingen einen anderen Weg und vertrauten einer schlichten Zandermontage: ein 0,30-mm-Fluorocarbonvorfach, ein Jigkopf mit 50 Gramm und ein einzelnes 10-cm-Möhrchen darauf - mehr nicht.

Dorsche blieben aus

Mit viel Motivation gingen alle ans Werk, doch schon bald wurde klar, dass der erste Spot für Dorsche an diesem Tag nicht das Gelbe vom Ei sein würde. Die ersten Ungeduldigen ließen ihrem Frust freien Lauf:

„Eine tolle Stelle, die wir da 2,5 Stunden lang angefahren haben",

war da zu vernehmen. Nach einer Weile ohne jeden Biss steuerte der Kapitän schließlich den nächsten vielversprechenden Spot an.

Ich selbst war mir nicht sicher, ob meine Technik die richtige war - schließlich war das hier mein erstes Mal auf Dorsch und ich hatte noch keinen einzigen Kontakt gehabt. Da es aber ausnahmslos allen anderen genauso erging, blieb ich zunächst bei meiner Herangehensweise.

Nächster Spot: Dorsch ahoi

Wie es beim Angeln so oft läuft: neuer Spot, neues Glück! Gleich mit dem ersten Wurf an der zweiten Stelle hatte ich einen Dorsch am Haken. Was für ein Biss! In meiner Aufregung drillte ich ihn wie einen Zander - und das war leider eine Nummer zu ungeduldig. Kurz vorm Boot war er wieder weg. Aber jetzt wusste ich: Köder und Technik passen, der Dorsch lässt sich damit austricksen. Ein paar Würfe später bog sich die Rute erneut, diesmal behielt ich die Ruhe und konnte den Prachtkerl sicher an Bord bringen.

Und es blieb nicht bei mir allein: Jeanette, Dennis und Mutti vermeldeten ebenfalls ihre ersten Fänge. Ich hatte das Gefühl, dass wir auf dem gesamten Kutter zu den Ersten gehörten, die einen Fisch hatten überlisten können.

Auf Wind einstellen

Es ging weiter zum nächsten Spot. Das Prozedere war immer dasselbe: Der Kutter positionierte sich quer zum Wind, sodass eine Seite in der Andrift (Lee) und die andere in der Abdrift (Luv) zum Einsatz kam. Regelmäßig drehte der Kapitän das Schiff, damit alle abwechselnd in beiden Situationen fischen konnten. An meiner Grundtechnik änderte ich nichts, passte aber das Gewicht an: auf der Abdriftseite nahm ich einen 80-Gramm-Jigkopf statt des 50-Gramm-Kopfes. Nachdem Dennis und ich auch an der dritten Stelle wieder früh Fische landen konnten, beobachtete ich, wie nach und nach immer mehr aus unserem Team ihre aufwändigen Konstruktionen vereinfachten.

Endlich gibt es Dorsch!

An der vierten Stelle offenbarte sich dann in aller Deutlichkeit, was das Möhrchen bei Dorschen anrichten kann. Wer schon mal einen Doppeldrill erlebt hat, weiß, dass das Spaß macht - aber was auf unserer Seite des Kutters abging, hatte ich noch nie gesehen. Der absolute Höhepunkt: Sieben (!!!) von uns neun drillten gleichzeitig einen Dorsch. Der Wahnsinn! Ein Dorschbiss fühlt sich an wie ein besonders harter Zanderbiss - man merkt sofort, dass man es hier mit einem Raubfisch aus dem Meer zu tun hat. Wir waren voll im Rhythmus und dieser Lauf hielt auch an der fünften und sechsten Stelle an. Umso schwerer fiel es, als irgendwann der Kurs wieder Richtung Heimathafen gesetzt werden musste.

Wie gut ist Möhrchen?

Die Rückfahrt nutzten wir, um das Testangeln statistisch auszuwerten. Jens und ich gingen von Angler zu Angler und sammelten alle Berichte ein. Was dabei herauskam, lässt sich nur als beeindruckend bezeichnen:

Die 20 Angler mit ihrem bunten Mix aus verschiedensten Ködern kamen zusammen auf gerade mal 4 Dorsche und 2 Plattfische. Unser neunköpfiges Möhrchen-Team dagegen hatte sagenhafte 42 Dorsche an Bord gebracht - allein 8 davon gingen auf mein Konto. Ehrlich gesagt: Auch wenn ich Dennis und Jens vertraue, hätte ich ein solches Ergebnis nicht für möglich gehalten.

Über das Erfolgsgeheimnis gibt es verschiedene Theorien, aber die überzeugendste klingt so: Dorsche lieben Krebse und gehen diesen besonders dann an, wenn die Krebse sich gerade frisch gehäutet haben. In diesem Zustand sind die Krebse knallorange und UV-aktiv - genau wie das Möhrchen. Wird dann noch durch den Sand gejiggt, ist die Täuschung perfekt. Unterstrichen wurde diese Theorie durch einige Krebse, die beim Filetieren in den Mägen der gefangenen Dorsche auftauchten.

Zusammenfassung

Glücklich und gleichzeitig ordentlich geschlaucht traten wir alle den Heimweg an. Der Tag hat auf ganzer Linie gehalten, was er versprach: eine großartige Truppe, bestes Wetter und ein Dorschköder, der seinen Ruf mehr als bestätigt hat. Gut möglich, dass die Dorschangelei auch einen Platz in meinem zweiten Teil der LMAB-Schonzeit-Tour bekommt.

Bis dahin wünsche ich euch ratternde Rollen!

Euer Daniel

Schreibe einen Kommentar

Alle Kommentare werden vor dem Veröffentlichen geprüft.

Diese Website ist durch hCaptcha geschützt und es gelten die allgemeinen Geschäftsbedingungen und Datenschutzbestimmungen von hCaptcha.