Angelschein machen: So geht's - HechtundBarsch.de

Angelschein in Österreich: Alles, was Du wissen musst

Früher schnappte man sich eine Rute aus dem Garten, band Nylonfaden daran und marschierte sorglos zum nächsten Graben. Diese Zeiten gehören der Vergangenheit an. Angeln hat sich zu einem ernsthaften Sport entwickelt, der von internationalen Wettbewerben geprägt und von klaren Regelwerken begleitet wird. Durchdachtes Equipment und sorgfältige Rig-Montage sind heute genauso wichtig wie das Gespür für den Spot. Und trotzdem bleibt Angeln vor allem eines: Ein Hobby, das süchtig macht! Du lernst nicht nur, mit Gerät und Wetter umzugehen - vor allem lernst Du, die Natur zu respektieren und gemeinsam mit ihr eine Zeit zu genießen, die ihresgleichen sucht.

Was hält uns vom Angeln ab?

Die Antwort ist oft dieselbe: das Regelwerk. Die Vorschriften rund um die Angelerlaubnis sind manchmal komplex, manchmal unübersichtlich - und das gilt sowohl für Deutschland als auch für Österreich. Das Fischereirecht gehört zu den sensibelsten Rechtsbereichen überhaupt und wird entsprechend konsequent durchgesetzt. Verstöße bleiben selten ohne Folgen.

Auf dem Weg zum Angelschein wartet also einiges auf Dich. Welche Schritte genau nötig sind, welche Voraussetzungen Du mitbringen musst und worauf Du besonders achten solltest - das klären wir in diesem Artikel Schritt für Schritt.

Rechtliche Grundlagen

In Deutschland ist das Angeln grundsätzlich durch das Landesfischereigesetz des jeweiligen Bundeslandes geregelt. Wer in Deutschland legal angeln möchte, braucht im Wesentlichen zwei Dinge:

  • Einen gültigen Fischereischein - dieser wird nach erfolgreich bestandener Fischerprüfung ausgestellt oder kann durch eine abgeschlossene Ausbildung als Fischwirt erworben werden.

  • Einen Gewässerschein - ausgestellt vom jeweiligen Fischereirecht-Inhaber.

Der Fischereirecht-Inhaber ist entweder der Eigentümer des Gewässers oder ein Pächter - zum Beispiel ein Angelverein. Solche Vereine pachten in der Regel das Fischereirecht für mehrere Gewässer und stellen anschließend Fischereierlaubnisscheine für ihre Pachtgewässer aus.

GUT ZU WISSEN:
An Vereinsgewässern gelten die jeweiligen Gewässerordnungen. Informier Dich gut darüber, bevor Du einen Gewässerschein kaufst - einige Vereine schreiben auch das Mitführen bestimmter Unterlagen vor. Bei einer Kontrolle kommt das definitiv besser an.

Neben dem Landesfischereigesetz gelten außerdem folgende Gesetze und Verordnungen:

  1. Tierschutzgesetz

  2. Bundesartenschutzgesetz

  3. Bundesartenschutzverordnung

Wer gegen diese Vorschriften verstößt oder ohne gültige Papiere angelt - im Volksmund als "schwarz angeln" bekannt - begeht in Deutschland Fischwilderei. Das kann mit empfindlichen Geldstrafen oder sogar Freiheitsstrafen von bis zu zwei Jahren geahndet werden. Um die Einhaltung zu kontrollieren, sind regelmäßig Fischereiaufseher und staatliche Kontrolleure an den Gewässern unterwegs - sie prüfen Papiere, Verhalten und Ausrüstung.

TIPP:
An vielen Forellenteichen kannst Du auch ohne Angelschein angeln. Das ist eine gute Möglichkeit, erste Erfahrungen am Wasser zu sammeln - alleine oder in Begleitung. Forellenanlagen bieten oft verschiedene Fischarten an, darunter Wels, Hecht, Aal, Barsch und natürlich verschiedene Forellenarten. So kannst Du unterschiedliche Fangmethoden und Köder ausprobieren. Auch hier gilt: Achte genau darauf, was erlaubt ist. An manchen Anlagen sind nur bestimmte Köderarten zulässig.

Den ersten wirklichen Schritt stellt aber die Fischereiprüfung dar. Wie Du Dich am besten vorbereitest, wo Du die Prüfung ablegst und was Du dafür brauchst - das klären wir jetzt.

Fischereiprüfung

Eines vorweg: Die Fischereiprüfung ist die Grundvoraussetzung, um in Deutschland legal angeln zu können. Mit dem bestandenen Prüfungszeugnis beantragst Du Deinen Fischereischein - und mit diesem kannst Du dann den jeweiligen Gewässerschein erwerben. Je nach Bundesland unterscheiden sich die Anforderungen teils erheblich. Vor allem Bayern und Baden-Württemberg sind für ihren Umfang bekannt. In manchen Ländern gibt es zusätzlich einen praktischen Prüfungsteil. Das Gute: Die bestandene Fischereiprüfung gilt ein Leben lang!

Ab welchem Alter kann ich die Fischereiprüfung ablegen?

Eine einheitliche Antwort gibt es leider nicht - das hängt wie so vieles vom jeweiligen Bundesland ab. In einigen Ländern wird bereits ab 8 oder 12 Jahren ein Kinder- oder Jugendfischereischein ausgestellt. Am besten informierst Du Dich direkt bei der zuständigen Stelle in Deinem Bundesland.

Vorbereitung auf die Fischereiprüfung

Die Prüfung selbst wird von Behörden und Verbänden abgenommen und kann ausschließlich in dem Bundesland abgelegt werden, in dem Du Deinen Hauptwohnsitz hast - Ausnahmen sind selten. Da ein breites Wissensspektrum gefragt ist, zum Beispiel in Fischkunde und Gesetzeskunde, ist ein Vorbereitungskurs Pflicht. Stell Dir das wie den Führerschein vor: Erst der Unterricht, dann die Prüfung.

Genauso läuft es beim Angelschein. Du nimmst an einem Kurs teil - entweder online oder vor Ort - und absolvierst danach die Fischereiprüfung. Bei einem Online-Kurs erhältst Du alle notwendigen Lernunterlagen direkt zur Verfügung gestellt.

Online-Vorbereitung mit der ANGLERSCHMIEDE
Die ANGLERSCHMIEDE stellt umfangreiche Lernvideos, alle aktuellen Prüfungsfragen, Quizzes und weiteres Lernmaterial bereit. In Zusammenarbeit mit Fischereiverbänden und Vereinen aus ganz Deutschland wurde dort der Vorbereitungskurs zur Fischereiprüfung für alle Bundesländer online verfügbar gemacht.

Bestimmungen des Bundeslandes

Informier Dich vorab gründlich über die Richtlinien und Bestimmungen in Deinem Bundesland. Die Regelungen unterscheiden sich teils deutlich - was in einem Land gilt, kann im Nachbarland völlig anders aussehen.

Prüfungsinhalte der Fischereiprüfung

Ob Theorie oder Praxis - die Kernthemen sind in allen Bundesländern gleich. Zur Übersicht findest Du hier eine Tabelle mit den wichtigsten Informationen je Bundesland:

BUNDESLAND

THEMENGEBIETE

PRÜFUNG

Hamburg

- Allgemeine Fischkunde

- Spezielle Fischkunde

- Gewässerkunde und Fischhege

- Tierschutz, Naturschutz, Umweltschutz

- Gerätekunde

- Gesetzeskunde

THEORIE:
Ankreuzfragebogen

60 von 400 Fragen

90 Minuten Zeit

KEINE PRAKTISCHE PRÜFUNG!

Bremen

- Allgemeine Fischkunde

- Spezielle Fischkunde

- Gewässerkunde und Fischhege

- Tierschutz, Naturschutz, Umweltschutz

- Gerätekunde

- Gesetzeskunde

THEORIE:
Ankreuzfragebogen

60 von 360 Fragen

60 Minuten Zeit

PRAXIS:
Waidgerechtes Töten vorführen, Fischbilder bestimmen, ggf. Prüfungsgespräch

Berlin

- Fischkunde / Fischhege

- Pflege der Fischgewässer

- Fanggeräte und deren Gebrauch

- Behandlung der gefangenen Fische

- Einschlägige Rechtsvorschriften

THEORIE:
Ankreuzfragebogen

60 von 600 Fragen

60 Minuten Zeit

KEINE PRAKTISCHE PRÜFUNG!

Bayern

- Fischkunde

- Gewässerkunde

- Schutz und Pflege der Gewässer / Fischhege

- Fanggeräte, fischereiliche Praxis, Behandlung gefangener Fische

- Einschlägige Rechtsvorschriften (insbesondere Fischerei/Wasser, Tierschutz/Tierseuchen)

THEORIE:
Ankreuzfragebogen

60 von 1006 Fragen

60 Minuten Zeit

KEINE PRAKTISCHE PRÜFUNG!

Baden-Württemberg

- Allgemeine Fischkunde

- Spezielle Fischkunde

- Gewässerökologie

- Gerätekunde

- Gesetzeskunde

THEORIE:
Ankreuzfragebogen

60 von 835 Fragen

120 Minuten Zeit

KEINE PRAKTISCHE PRÜFUNG!

Brandenburg

- Fischkunde / Fischhege

- Pflege der Fischgewässer

- Fanggeräte und deren Gebrauch

- Behandlung der gefangenen Fische

- Einschlägige Rechtsvorschriften

THEORIE:
Ankreuzfragebogen

60 von 600 Fragen

60 Minuten Zeit

KEINE PRAKTISCHE PRÜFUNG!

Hessen

- Allgemeine Fischkunde

- Spezielle Fischkunde

- Gewässerkunde

- Gerätekunde

- Gesetzeskunde

THEORIE:
Ankreuzfragebogen

60 von 650 Fragen

180 Minuten Zeit

KEINE PRAKTISCHE PRÜFUNG!

Mecklenburg-Vorpommern

- Allgemeine Fischkunde

- Spezielle Fischkunde (inklusive Fisch-, Pflanzen- und Gerätebilder)

- Gewässerökologie

- Gerätekunde

- Gesetzeskunde

THEORIE:
Ankreuzfragebogen

60 von 1180 Fragen

90 Minuten Zeit

KEINE PRAKTISCHE PRÜFUNG!

Niedersachsen

- Allgemeine Fischkunde

- Spezielle Fischkunde (inklusive Fischbilder)

- Gewässerkunde und Fischhege

- Tierschutz, Naturschutz, Umweltschutz

- Fischfang und Gerätekunde

- Fischereirecht

THEORIE:
Ankreuzfragebogen

60 von 360 Fragen

60 Minuten Zeit

PRAXIS:
Waidgerechtes Töten vorführen, Fischbilder bestimmen, ggf. Prüfungsgespräch

Rheinland-Pfalz

- Allgemeine Fischkunde

- Spezielle Fischkunde

- Gewässerkunde

- Gerätekunde

- Gesetzeskunde, Naturschutz, Tierschutz

THEORIE:
Ankreuzfragebogen

50 von 880 Fragen

120 Minuten Zeit

KEINE PRAKTISCHE PRÜFUNG!

Nordrhein-Westfalen

- Allgemeine Fischkunde

- Spezielle Fischkunde

- Gewässerkunde und Fischhege

- Tierschutz, Naturschutz, Umweltschutz

- Gerätekunde

- Gesetzeskunde

THEORIE:
Ankreuzfragebogen

60 von 360 Fragen

60 Minuten Zeit

PRAXIS:
Fischbilder bestimmen, Waidgerechter Zusammenbau von Angelruten

Saarland

- Allgemeine Fischkunde

- Spezielle Fischkunde

- Gewässerkunde

- Gerätekunde

- Gesetzeskunde

THEORIE:
Ankreuzfragebogen

60 von 225 Fragen

120 Minuten Zeit

KEINE PRAKTISCHE PRÜFUNG!

Thüringen

- Allgemeine Fischkunde

- Spezielle Fischkunde

- Gewässerkunde

- Tierschutz, Naturschutz, Umweltschutz

- Gerätekunde

- Gesetzeskunde

THEORIE:
Ankreuzfragebogen

60 von 600 Fragen

120 Minuten Zeit

KEINE PRAKTISCHE PRÜFUNG!

Schleswig-Holstein

- Allgemeine Fischkunde

- Spezielle Fischkunde (inklusive über 40 Fischarten)

- Gewässerkunde und Fischhege

- Tierschutz, Umweltschutz, Naturschutz

- Gerätekunde

- Gesetzeskunde

THEORIE:
Ankreuzfragebogen

60 von 400 Fragen

90 Minuten Zeit

KEINE PRAKTISCHE PRÜFUNG!

Sachsen-Anhalt

- Fischkunde

- Gewässerkunde

- Gerätekunde

- Gesetzeskunde

THEORIE:
Ankreuzfragebogen

60 von 612 Fragen

180 Minuten Zeit

PRAXIS:
Fischereiordnung des Landes

Sachsen

- Allgemeine Fischkunde

- Spezielle Fischkunde

- Gewässerkunde

- Gerätekunde

- Gesetzeskunde

THEORIE:
Ankreuzfragebogen

60 von 900 Fragen

90 Minuten Zeit

KEINE PRAKTISCHE PRÜFUNG!

Quelle: Anglerschmiede.de

Kann man die Fischereiprüfung online ablegen?

Klare Antwort: Nein. Die Prüfung selbst lässt sich nicht online absolvieren. Du musst persönlich bei der zuständigen Prüfbehörde oder dem jeweiligen Verband erscheinen und die Prüfung vor Ort ablegen - wahlweise auf Papierbögen oder am PC im Multiple-Choice-Verfahren. In einigen Bundesländern kommt noch ein praktischer Teil dazu.

Prüfungstermin finden und Fischereischein beantragen

Wenn Du gut vorbereitet bist, geht es darum, einen Prüfungstermin in Deiner Nähe zu finden. Wie oft solche Termine stattfinden, ist von Bundesland zu Bundesland unterschiedlich - manche bieten sie nur einmal jährlich an, andere sogar monatlich. Nach bestandener Prüfung gehst Du mit Prüfungszeugnis, Personalausweis und Passfoto zum Fischereiamt und lässt Dir Deinen Fischereischein ausstellen. Für die Ausstellung wird eine Gebühr erhoben, deren Höhe je nach Bundesland und Gültigkeitsdauer variiert.

Was passiert, wenn ich die Prüfung nicht bestehe?

Kein Grund zur Panik - in der Regel ist eine Nachprüfung möglich. Am besten klärst Du das direkt mit der zuständigen Behörde, da es unterschiedliche Fristen und Bedingungen geben kann. Generell gilt: Die Prüfungsgebühr wird erneut fällig (Achtung: das ist die Prüfungsgebühr, nicht die Kursgebühr für den Vorbereitungskurs!). In manchen Bundesländern musst Du nur den nicht bestandenen Teil wiederholen - auch das solltest Du direkt nachfragen, damit Du möglichst schnell zum nächsten Termin antreten kannst.

Gewässerschein und Angelkarte - wo bekomme ich sie?

Sobald der Fischereischein in Deiner Tasche steckt, fehlt nur noch ein Schritt: der Gewässerschein für das Gewässer Deiner Wahl.

GUT ZU WISSEN:
Neben dem Fischereischein musst Du beim Angeln immer auch den Erlaubnisschein bzw. die Angelkarte dabei haben. In manchen Vereinen ist außerdem das Mitführen der Gewässerordnung vorgeschrieben. Kläre das vorher genau - bei einer Kontrolle ohne die nötigen Papiere dastehen ist alles andere als angenehm. Vertrau uns da einfach.

Den Erlaubnisschein bzw. die Angelkarte bekommst Du beim jeweiligen Verein, im Angelshop oder direkt bei der zuständigen Behörde vor Ort.

Anwendungshinweis

Für alle H&B-Community-Mitglieder, die frisch ihren Angelschein in der Hand halten: Nutzt die ersten Touren ganz bewusst, um Euren Spot richtig kennenzulernen. Schaut Euch die Gewässerordnung durch, bevor Ihr die erste Rute auspackt - welche Köderarten sind erlaubt, gibt es Schonzeiten, welche Mindestmaße gelten? Wer das von Anfang an im Griff hat, angelt entspannter und kommt bei Kontrollen souverän rüber. Das gehört für uns genauso zur Angelei wie das richtige Rig - und macht Euch zu Anglern, auf die die Community stolz sein kann.

Fazit

Jetzt weißt Du, wie der Weg zum Angelschein aussieht - und der ist gar nicht so weit, wie er vielleicht anfangs wirkt. Hast Du noch offene Fragen? Schreib sie einfach in die Kommentare - wir antworten so schnell wie möglich. Wir wünschen Dir viel Erfolg auf dem Weg zum Schein und vor allem: viele tolle Stunden am Wasser danach.

Dein Team von hechtundbarsch.at

Schreibe einen Kommentar

Alle Kommentare werden vor dem Veröffentlichen geprüft.

Diese Website ist durch hCaptcha geschützt und es gelten die allgemeinen Geschäftsbedingungen und Datenschutzbestimmungen von hCaptcha.