Bachforelle: Ultraleicht am kleinen Bach - HechtundBarsch.de

Bachforelle auf UL-Tackle: So geht Spinnfischen am kleinen Bach

Kennst du das Gefühl? Du fährst über eine kleine Brücke, wirst automatisch langsamer und schaust reflexartig nach unten. Ist da Wasser? Wenn ja, wandert dein Blick sofort weiter: Wie dicht ist der Pflanzenbewuchs, wie schnell fließt es? Geht es sich nicht um einen zugewucherten Graben, sondern um einen echten kleinen Bach mit ordentlicher Strömung, ist die nächste Frage für mich eigentlich schon gestellt: Darf man hier angeln? Denn genau solche unscheinbaren Gewässer verbergen nicht selten wunderschöne Bachforellen. Wie ich diese rot-getupften Schönheiten mit dem UL-Tackle überlistete, erfährst du hier.

Wie geht man an ein Gewässer heran?

Bevor du die erste Rute zusammensteckst, sollte dir eine Sache klar sein: Welche Methode passt hier überhaupt? An kleinen Bächen ist weder für das Fliegenfischen noch für gröberes Spinnfischen ausreichend Platz. Die Antwort lautet deshalb fast immer: ultraleichtes (UL) Spinnfischen. Kompakt, präzise, effektiv.

Vom Angeln mit Naturködern rate ich klar ab. Forellen nehmen diese Köder extrem gierig und schlucken sie rasend schnell. Das Ergebnis: viel zu viele Fische werden dabei verangelt. Das muss nicht sein.

Fliegenfischen auf Bachforelle

Tackle beim UL-Spinnfischen

Mein Setup ist dabei recht überschaubar: Als Rute setze ich auf eine UL-Rute um die 2 m mit einem Wurfgewichtsbereich von 1 bis 8 g. Dazu passt eine Spinnrolle in der Größe 1000 oder 2000 - wobei du hier die Rolle immer auf die Rute abstimmen solltest, denn die Größenangaben fallen von Hersteller zu Hersteller unterschiedlich aus. Bespult wird das Ganze mit 100 m Geflecht im Durchmesser zwischen 0,08 und 0,12 mm. Als Vorfach kommt Fluorocarbon zum Einsatz - bloß nicht zu dünn wählen.

Tipp:
Stimm die Rolle immer auf die Rute ab - die Größenbezeichnungen unterscheiden sich je nach Hersteller deutlich.

Dein Setup auf einen Blick:

  • Rute: UL-Rute ca. 2,00 m, Wurfgewicht 1-8 g
  • Rolle: Größe 1000 oder 2000
  • Schnur: Geflecht (0,08 - 0,12 mm)
  • Vorfach: Fluorocarbon

Köderwahl

Überleg mal kurz, womit sich eine Bachforelle in solch einem kleinen Gewässer eigentlich ernährt: hauptsächlich Insekten, deren Larven und kleine Fische wie etwa Elritzen. Genau das sollte dein Köder widerspiegeln. Interessant ist dabei außerdem, dass die Bachforelle ein standorttreuer Fisch ist, der seinen Einstand teils recht aggressiv verteidigt - ein Verhalten, das du dir zunutze machen kannst. Dazu gleich mehr.

Natürliche Nahrung der Bachforelle

Meine erste Wahl sind schwimmende Wobbler - Minnows, Crank- und Twitchbaits in Größen zwischen 3 und 7 cm. Daneben ist der klassische Spinner für mich absolut gesetzt. An zähen Tagen, wenn nichts anderes zieht, greifen kleine Gummifische oft noch an, wo andere Köder längst aufgegeben haben.

Konkret fische ich Gummiköder wie den Blaze Whale Shad von Doiyo, den Micro Fry von Fox Rage oder ganz klassisch einen kleinen Kopyto auf einem Bleikopf zwischen 1 und 3,5 g. Auch No-Action-Shads wie der Bony Shaker von Spro oder der Fin S Fish von Lunker City liefern regelmäßig gute Fische. Bei Gummiködern hat sich für mich eine Größe zwischen 4 und 8 cm als goldener Mittelweg bewährt.

Tipp:
Rüste deine Köder mit Schonhaken aus oder drücke zumindest die Widerhaken der originalen Drillinge an. Das schont die Fische beim Zurücksetzen enorm.

Köder für Bachforellen beim Fliegenfischen

Anwendungshinweis

Gerade am kleinen Bach zählt jeder Zentimeter Wurfgenauigkeit. Üb das gezielte Einwerfen unter überhängende Äste oder hinter großen Steinen schon bevor du am Gewässer bist - zum Beispiel im Garten mit einem Zielring auf dem Boden. Wer seinen Köder wirklich exakt platzieren kann, hat an solchen Spots einen klaren Vorteil gegenüber jemandem, der einfach nur irgendwohin wirft und hofft. Präzision schlägt Quantität.

Der richtige Spot und Köderführung

Stundenlang ein und dieselbe Stelle zu bearbeiten bringt hier schlicht nichts. Strecke machen ist die Devise - an manchen Tagen legt man dabei mehrere Kilometer zurück. Wichtig dabei: Lauf den Bach von unten nach oben ab, also entgegen der Fließrichtung. Scheuchst du einen Fisch auf, flüchtet er bachabwärts und nimmt dabei im schlimmsten Fall weitere Fische mit auf die Flucht.

Halte die Augen offen nach großen Steinen, Rinnen, Rauschen, Gumpen und Kurven. An solchen Stellen verlangsamt sich die Strömung, es entstehen Vertiefungen, und die meiste Nahrung sammelt sich dort an. Führe deinen Köder zügig mit der Strömung an solchen Strukturen vorbei - oft trifft der erste Wurf bereits. Bleibt der Fisch beim ersten Versuch aus, wirf ruhig mehrfach nach: Solange er dich noch nicht bemerkt hat, wird er den Köder immer wieder attackieren.

Bachforelle auf Wobbler

Ein Köderwechsel kann manchmal den entscheidenden Unterschied machen, wenn ein Fisch den aktuellen Köder partout ignoriert. An zähen Tagen greife ich dann gerne auf Gummifische oder tieflaufende Wobbler zurück, die ich direkt am Standort des Fisches reize. Da Forellen ihren Platz aggressiv verteidigen, ist die Chance auf einen Reaktionsbiss dabei gar nicht so klein.

Der richtige Umgang bei der Landung

Beim Drill gilt: kurz und konsequent. Auch mit feinem UL-Gerät lassen sich große Forellen zügig ausdrillen - ein langer, zermürbender Drill schadet dem Fisch unnötig. Lande die Forelle entweder mit einem gummierten Kescher oder per Handlandung. Letzteres funktioniert gut, wenn du auf nasse Hände achtest und den Kiemengriff konsequent vermeidest. Ist kein Kescher dabei und ein größerer Fisch hängt, empfiehlt sich der Schwanzwurzelgriff als schonende Alternative.

Zusammenfassung

  • Kurze, feine UL-Ruten einsetzen
  • Fluorocarbon als Vorfach - nicht zu dünn
  • Reizköder gezielt einsetzen
  • Tiefe Bereiche und Strukturen bevorzugt befischen
  • Schonender Umgang mit den sensiblen Fischen

Das Angeln auf Salmoniden in weitgehend unberührter Natur hat für mich eine ganz eigene Magie. Es ist wahrscheinlich die schönste Art, an der Angel zu stehen - und der kleine Bach mit seiner Bachforelle ist dabei ein absolutes Highlight.

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