Angeln boomt: Mehr als 1,5 Millionen Menschen in Deutschland stehen regelmäßig am Wasser – und es werden von Jahr zu Jahr mehr. Die Gründe dafür sind so vielfältig wie die Gewässer selbst: Sehnsucht nach Natur, der Wunsch nach echter Entschleunigung, regionaler Ernährung oder einfach das pure Vergnügen, ob solo oder mit Freunden. Das Schöne daran? Grundsätzlich kann jeder damit anfangen – solange man alt genug ist und einen gültigen Fischereischein besitzt.
Allein im Jahr 2020 haben in Deutschland über 40.000 Menschen die Fischereiprüfung erfolgreich abgelegt. Da das Fischereirecht aber auf Landesebene geregelt ist, gibt es je nach Bundesland teils deutliche Unterschiede beim Fischereischein.
Dieser Beitrag ist für dich, wenn du in Nordrhein-Westfalen wohnst und endlich mit dem Angeln loslegen willst. Du erfährst, welche Voraussetzungen du mitbringen musst, welche Unterlagen du brauchst, wie die Prüfung abläuft und wie du deinen Fischereischein – umgangssprachlich auch Angelschein genannt – bequem größtenteils von der Couch aus in die Hand bekommen kannst.
Tabelle: Überblick für Lesemuffel
Hier kommen die wichtigsten Infos auf einen Blick. Im Fließtext weiter unten gehen wir auf jeden Punkt noch ausführlicher ein.
Die wichtigsten Infos rund um den Fischereischein in NRW
Zuständiger Landesverband |
Anglerverband Nordrhein-Westfalen (FV NRW) |
Gibt es einen Unterschied zwischen Fischereischein und Fischereierlaubnisschein? |
Der Fischereischein ist ein staatlich geregelter Nachweis deiner Sachkunde – er ist in der Regel an das Bestehen einer Fischereiprüfung geknüpft. Der Fischereierlaubnisschein hingegen ist eine privatrechtliche Genehmigung, die dir erlaubt, an einem bestimmten Gewässer oder Gewässerabschnitt zu angeln. Für nahezu alle Gewässer in Deutschland brauchst du beide Dokumente. Der Fischereischein ist dabei fast immer die Grundvoraussetzung, um überhaupt einen Erlaubnisschein zu erhalten. |
Welche Voraussetzungen müssen erfüllt sein, um an der Fischereiprüfung teilnehmen zu können? |
Mindestalter: 13 Jahre (der Fischereischein selbst wird aber erst ab 14 Jahren ausgestellt) Wohnsitz: Dein Erstwohnsitz muss in NRW gemeldet sein |
Gibt es eine Sonderregelung für Menschen mit Behinderung? |
Menschen, die dauerhaft betreut werden und ihren Alltag nicht selbstständig bewältigen können, sind von der Fischereiprüfung ausgeschlossen. Körperliche oder psychische Einschränkungen führen ansonsten nicht automatisch zum Ausschluss. Mit entsprechendem Nachweis besteht jedoch die Möglichkeit, am Wohnort einen Sonderfischereischein zu beantragen, der das Angeln in Begleitung eines Fischereischeininhabers erlaubt. |
Gibt es in NRW einen Jugendfischereischein? |
Ja. Wer mindestens 10 Jahre alt ist, aber noch nicht das 16. Lebensjahr vollendet hat, kann einen Jugendfischereischein beantragen. Er gilt für ein Kalenderjahr und kann danach um ein weiteres Jahr verlängert werden. Mit diesem Schein darf man in Begleitung eines Fischereischeininhabers angeln gehen. |
Wo meldet man sich für die Fischereiprüfung an? |
Bei der Unteren Fischereibehörde der Stadt oder des Landkreises, in dem dein Wohnsitz gemeldet ist. Heute läuft das meist über ein Online-Formular. |
Ist es möglich, sich für die Fischereiprüfung an einem anderen Ort als am Wohnort anzumelden? |
Ja, mit einem triftigen Grund kann man sich bei der Unteren Fischereibehörde am Heimatort eine Ausnahmegenehmigung ausstellen lassen. Mit dieser ist eine Anmeldung in einer anderen NRW-Stadt möglich. |
Wo und wann findet die Prüfung statt? Was benötigt man am Prüfungstag? |
Ort und Termin werden dir mit der Anmeldebestätigung mitgeteilt. Bei offenen Fragen wendest du dich direkt an die zuständige Untere Fischereibehörde. Wichtig: Personalausweis oder Reisepass zur Identifikation nicht vergessen – und einen eigenen Kugelschreiber mitbringen. |
Wie häufig findet die Fischereiprüfung statt? |
Das variiert stark je nach Ort – von einmal im Jahr bis mehrmals im Monat ist alles möglich. Am besten informierst du dich frühzeitig online oder direkt bei der Unteren Fischereibehörde. Die Anmeldung muss spätestens 4 Wochen vor dem Prüfungstermin erfolgen. Viele Online-Angelschulen bieten eine direkte Prüfungsanmeldung über ihr Portal an. |
Sind Vorbereitungskurse in NRW verpflichtend? |
Nein. In NRW entscheidest du selbst, wie du dich vorbereitest – ob durch Selbststudium mit Büchern, Präsenzkurse am Wochenende oder einen flexiblen Online-Kurs wie den der Anglerschmiede. |
Wie lange ist der Fischereischein in NRW gültig? Gibt es einen Schein auf Lebenszeit? |
Nein, einen Fischereischein auf Lebenszeit gibt es in NRW nicht. Nach bestandener Prüfung kannst du den Schein für 1 Jahr oder gleich für 5 Jahre beantragen. Danach muss er gegen eine Gebühr verlängert werden. Du kannst ihn auch auslaufen lassen und später wieder aktivieren – in der Zwischenzeit darfst du dann allerdings nicht angeln. |
Besteht in NRW die Möglichkeit, auch ohne Fischereischein zu angeln? |
Es gibt die Option des sogenannten „Schnupperangelns": Kinder und Erwachsene ohne Fischereischein dürfen dabei in Begleitung eines Scheininhabers angeln. Vorher muss jedoch ein Antrag beim zuständigen Fischereiverband gestellt und ein fester Termin vereinbart werden. Das Schnupperangeln ist auf maximal 2 Tage begrenzt. |
Wie ist die Fischereiprüfung in NRW aufgebaut? |
Die Prüfung besteht aus 3 Teilen: I.) Theoretischer Teil (Multiple Choice, eine richtige Antwort je Frage, 60 Minuten Zeit) Aus 6 Themenkomplexen werden jeweils 10 Fragen gestellt. Insgesamt müssen mindestens 45 Fragen richtig beantwortet werden, aus jedem Komplex mindestens 6. 1.) Allgemeine Fischkunde 2.) Besondere Fischkunde 3.) Gerätekunde 4.) Gewässerkunde 5.) Natur- und Tierschutz 6.) Gesetzeskunde II.) Artenkenntnis: Aus 49 möglichen Abbildungen von Fischen, Krebstieren und Neunaugen werden 6 zufällig gezogen – davon müssen mindestens 4 ohne Antwortvorgaben frei und korrekt bezeichnet werden. III.) Praktischer Teil: Eine von 10 möglichen Angelruten bzw. -montagen wird per Zufallsprinzip ausgewählt und muss mitsamt dem erforderlichen Zubehör zur waidgerechten Fischversorgung zusammengestellt werden. Je nach Prüfungskommission ist der vollständige Aufbau inklusive Knoten oder nur die korrekte Präsentation der Komponenten in der richtigen Reihenfolge gefordert. |
Welche Kosten kommen auf dich zu? |
Preislich liegen Präsenz- und Online-Vorbereitungskurse meist auf ähnlichem Niveau. Bei der Anglerschmiede gibt es regelmäßig attraktive Gutscheine oder Köderpakete, mit denen sich ein Teil der Investition schnell wieder ausgleicht – schließlich willst du ja sowieso ans Wasser. Für die Prüfungsanmeldung selbst fällt eine Gebühr an. Nach bestandener Prüfung kommen bei der Ausstellung des Fischereischeins weitere Kosten hinzu, je nachdem ob du ihn für ein Jahr oder für fünf Jahre beantragst. |
Noch Fragen offen? |
Weitere Infos findest du zum Beispiel unter https://anglerwerden.de/bundesland/nordrhein-westfalen/ oder https://www.mein-angelschein.de/angelschein_in_nordrhein-westfahlen/ Oder schreib einfach eine Mail an alex@hechtundbarsch.de |
Nebel-Kroko!
Angeln in NRW – Einstieg ins Thema
(Warum NRW ein toller Einstieg in die Angelei ist; weshalb der deutsche Fischereischein eine sinnvolle Einrichtung darstellt; und wie sich Fischereischein und Fischereierlaubnisschein voneinander unterscheiden)
Das schönste Hobby der Welt
Angeln in NRW – eine wirklich gute Idee! Das bevölkerungsreichste Bundesland Deutschlands kombiniert eine reizvolle Landschaft mit industrieller Geschichte und bietet Anglerinnen und Anglern aus ganz Deutschland ein breites Spektrum an Möglichkeiten. Vier große Ströme und mehr als 400 Seen warten darauf, anglerisch entdeckt zu werden.
Die größten Flüsse in NRW:
- Rhein: 226 km Flussstrecke in NRW (Top für Zander, Barsche, Welse und diverse Friedfische)
- Ruhr: 219 km lang (Top für Hechte, Barsche, Döbel und Schleien)
- Ems: 156 km Flussstrecke in NRW (Top für Zander, Barsche, Rapfen und diverse Friedfische)
- Weser: 115 km Flussstrecke in NRW (Top für Barsch, Döbel, Hecht und diverse Friedfische)
Die größten Seen in NRW:
- Möhnetalsperre: 12.340 ha (herausragender Hechtbestand)
- Biggesee: 895 ha (Hechte, Zander und Seeforellen in unfassbaren Größen)
- Sorpesee: 338 ha (Hecht- und Barsch-Paradies)

Möhnesee bei Nacht
Dazu kommt das Ruhrgebiet, das mit seiner urbanen Dichte überraschend viele spannende Spots für Streetfishing, Ansitz- oder Bootsangeln bereithält.
Schifffahrtskanäle, innerstädtische Seenplatten, Häfen und die zahlreichen Baggerseen, die als Relikte des Erz- und Kohleabbaus entstanden sind, bieten mitten im Großstadtgetriebe echte Rückzugsorte. Hier kann man fernab vom Alltag entspannen und dem schönsten Hobby der Welt nachgehen. Hinzu kommen unzählige Vereinsgewässer, die von einer außerordentlich aktiven Angel-Gemeinschaft liebevoll gepflegt werden.
Kurz und bündig: Die Ausgangslage für angehende Angler in NRW ist ausgezeichnet. Was du zusätzlich zur passenden Ausrüstung brauchst, sind zwei wichtige Dokumente:
- den Fischereischein, für den du eine staatliche Prüfung ablegen musst
- einen Fischereierlaubnisschein für das konkrete Gewässer, an dem du angeln möchtest (meist käuflich erwerbbar)
Fischereischein & Fischereierlaubnisschein
Deutsche Democrazy at its best!
So könnte man zunächst denken. Tatsächlich aber macht es durchaus Sinn, dass der Gesetzgeber das Angeln in Deutschland in einen vergleichsweise strengen Rahmen einbettet.
5 Gründe, warum ein prüfungsgebundener Fischereischein sinnvoll ist:
- Sachkundiges Fischhandling setzt Theorie voraus – vor der ersten Praxis.
- Als Angler trägst du eine hohe Verantwortung gegenüber Tier und Natur.
- Klare Regelungen und ein gewisser Anspruch an Angler nehmen Organisationen wie der PETA die Angriffsfläche.
- Eine gewisse Einstiegshürde sorgt dafür, dass du dich nicht leichtfertig entscheidest, mit dem Angeln zu beginnen.
- Angeln wird hierzulande nicht als reiner Sport oder einfaches Hobby verstanden – eine Auseinandersetzung mit den grundlegenden tierethischen Fragen gehört dazu.
Standpunkt: Du musst dir bewusst sein, dass dein eigenes Vergnügen dem Fischwohl übergeordnet wird. Genau diese Erkenntnis ist die Grundlage, auf der du anschließend so fischschonend wie möglich handelst.
Internationaler Vergleich
Im internationalen Vergleich zeigt die deutsche Gesetzgebung klar, welchen hohen Stellenwert tierethische Fragen hierzulande genießen. In Ländern wie Frankreich, Schweden, den Niederlanden oder Italien musst du keine Sachkunde in einer Prüfung nachweisen. Dort reicht eine käuflich erwerbbare Erlaubnis für das jeweilige Gewässer aus.

Die Regelungen zum Angeln im Ausland sind sehr unterschiedlich
Fischereierlaubnisschein vs. Fischereischein
Bei allem Respekt vor deutschen Sprachkonstruktionen – die Begriffe Fischereischein und Fischereierlaubnisschein sind erschreckend ähnlich und leider nicht selten Quelle von Verwirrung. Deshalb hier noch einmal klar und deutlich:
- Der Fischereischein (umgangssprachlich „Angelschein") ist in fast allen Bundesländern die Grundvoraussetzung zum Angeln. Er ist ein durch landesrechtliche Vorschriften geregelter Nachweis deiner persönlichen Sachkunde und in der Regel an das Bestehen der Fischereiprüfung geknüpft. Vereinfacht gesagt: Der Gesetzgeber verlangt, dass du in einer Prüfung nachweist, dass du theoretisch und praktisch in der Lage bist, das Angeln nach bestimmten Verhaltensgrundsätzen auszuüben.
- Der Fischereierlaubnisschein (auch Fischereilizenz, Angelkarte oder Gewässerschein genannt) ist dagegen lediglich eine privatrechtliche Genehmigung des Eigentümers oder Pächters, an einem konkreten Gewässer angeln zu dürfen – er sagt aber nichts über deine Befähigung aus.
Für nahezu alle Gewässer in Deutschland brauchst du beide Dokumente!
Den prüfungsgebundenen Fischereischein kannst du dabei als die wesentliche Voraussetzung begreifen: Die meisten Ausstellungsberechtigten von Erlaubnisscheinen – ob Eigentümer, Pächter, Angelgeschäfte oder Portale wie Fiskado – verlangen vorab die Vorlage des Fischereischeins.
Rechtliche Einordnung des Fischens ohne Bescheinigung
Wichtig! Rechtlich macht es einen erheblichen Unterschied, ob du ohne Fischereischein oder ohne Fischereierlaubnisschein angelst. Ohne Fischereischein zu angeln ist eine Ordnungswidrigkeit, die in NRW mit einem Bußgeld von bis zu 5.000 Euro geahndet werden kann. Angelst du dagegen ohne Fischereierlaubnisschein – also ohne Genehmigung des Eigentümers oder Pächters – erfüllst du den Straftatbestand der Fischwilderei (§293 StGB), der nicht nur mit einer Geldstrafe, sondern mit einer Freiheitsstrafe von bis zu 2 Jahren bestraft werden kann.
Für hartgesottene Paragraphen-Liebhaber:
Hier der Straftatbestand der Fischwilderei im Originalwortlaut:
§293 StGB
Wer unter Verletzung fremden Fischereirechts oder Fischereiausübungsrechts
1. |
fischt oder |
|
2. |
eine Sache, die dem Fischereirecht unterliegt, sich oder einem Dritten zueignet, beschädigt oder zerstört, |
wird mit Freiheitsstrafe bis zu zwei Jahren oder mit Geldstrafe bestraft.
Hier findest du das nordrhein-westfälische Fischereigesetz online!
Der Fischereischein in NRW
(Prüfungsvoraussetzungen, Prüfungsanmeldung, Fischereiprüfung, Prüfungsvorbereitung, Beantragung des Fischereischeins, Erwerb von Fischereierlaubnisscheinen)
In fast allen Bundesländern* schreibt das Landesrecht vor, dass du zum Angeln einen Fischereischein brauchst. Egal wo du in Deutschland an den Haken greifen willst – am Fischereischein führt kein Weg vorbei.
In Nordrhein-Westfalen musst du in der Prüfung zeigen, dass du Fische, Gewässer und Fischereigesetze kennst und dein Angelgerät waidgerecht montieren kannst. Bevor wir uns den Prüfungsinhalten widmen, klären wir aber zunächst, welche Voraussetzungen überhaupt erfüllt sein müssen, um zur Prüfung zugelassen zu werden.
*In Niedersachsen ist das theoretisch nicht der Fall, in der Praxis vergeben die Fischereirechtsinhaber (Eigentümer, Pächter) Fischereierlaubnisscheine aber ausschließlich an Besitzer eines gültigen Fischereischeins. |

In Niedersachsen sind die Regelungen etwas anders
Voraussetzungen für die Fischereiprüfung
- Mindestalter
Zur Fischereiprüfung zugelassen wirst du ab 13 Jahren. Den Fischereischein ausgestellt bekommst du nach bestandener Prüfung allerdings erst ab 14 Jahren. - Wohnsitz
Dein erster Wohnsitz muss in Nordrhein-Westfalen gemeldet sein. - Staatsangehörigkeit
Die Staatsangehörigkeit spielt keine Rolle – entscheidend ist allein der Wohnsitz. Ausländer, die sich noch keine 12 Monate in Deutschland aufhalten, können auch ohne Prüfung einen Fischereischein erhalten, wenn sie nachweisen, dass sie die nötige Sachkunde bereits im Heimatland erworben haben. - Einschränkungen
In §33 Abs. 1 (2) des nordrhein-westfälischen Landesfischereigesetzes ist geregelt, dass Personen, denen wegen einer psychischen Erkrankung oder einer geistigen bzw. seelischen Behinderung dauerhaft ein Betreuer bestellt ist, von der Prüfung ausgeschlossen sind. Dieser Ausschlussgrund betrifft ausdrücklich nur Menschen, die dauerhaft und nicht nur vorübergehend betreut werden müssen. Körperliche oder psychische Einschränkungen führen ansonsten nicht zum kategorischen Ausschluss. Mit entsprechendem Nachweis besteht in diesen Fällen die Möglichkeit, einen Sonderfischereischein zu beantragen, der das Angeln in Begleitung eines Fischereischeininhabers erlaubt.
Anmeldung für die Fischereiprüfung
Wo und wie meldest du dich an?
Die Prüfung legst du in der Stadt bzw. dem Landkreis ab, in dem dein Wohnsitz gemeldet ist. Wenn du alle Voraussetzungen erfüllst, meldest du dich dort bei der Unteren Fischereibehörde an.
Die Prüfungsgebühr muss vor dem Prüfungstermin überwiesen werden. Sie deckt die anfallenden Prüfungskosten wie Raummiete, Prüfer und Materialien ab.
Mit einem triftigen Grund ist es auch möglich, eine Ausnahmegenehmigung zu beantragen und sich in einer anderen NRW-Stadt für die Prüfung anzumelden. Dabei fallen zusätzliche Gebühren an – und eine Garantie auf Zulassung gibt es nicht, falls die maximale Teilnehmerzahl am anderen Ort bereits ausgeschöpft ist.
Wann finden die Prüfungen statt?
Die Prüfungstermine legt die jeweilige Untere Fischereibehörde fest. Wie häufig Prüfungen angeboten werden, ist von Stadt zu Stadt verschieden – mancherorts mehrmals monatlich, andernorts nur einmal im Jahr. Auch die Terminankündigungen laufen nicht überall auf demselben Weg.
Am schnellsten findest du etwas heraus, wenn du einfach „Fischereiprüfung" oder „Fischereischein" zusammen mit deinem Wohnort in die Google-Suche gibst. Alternativ kannst du dich natürlich auch telefonisch bei der Stadt- oder Kreisverwaltung bzw. der Unteren Fischereibehörde erkundigen – sofern jemand rangeht…
Hinweis! Informiere dich rechtzeitig über Prüfungstermine, damit du deine Vorbereitung sinnvoll timen kannst. Beachte außerdem, dass die Platzzahl je nach Räumlichkeit begrenzt ist und die Anmeldefrist 4 Wochen vor der Prüfung endet.

Für die Prüfung solltest du dich mit dem Equipment auskennen
Ablauf & Inhalt der Fischereiprüfung
Wie läuft die Fischereiprüfung ab?
Ort und genaue Uhrzeit der Prüfung werden dir mit der Anmeldebestätigung mitgeteilt. Hast du noch Fragen, wendest du dich am besten direkt an die Untere Fischereibehörde deiner Heimatstadt oder deines Landkreises.
Die Prüfung findet auf Deutsch statt. Bei Sprachschwierigkeiten lohnt es sich, vorab bei der Unteren Fischereibehörde nachzufragen, ob eine individuelle Lösung möglich ist.
Wichtig! Vor der Prüfung musst du dich ausweisen. Pack also unbedingt deinen Personalausweis oder Reisepass ein – und vergiss den eigenen Kugelschreiber nicht!
Die Fischereiprüfung in Nordrhein-Westfalen gliedert sich in 3 Teile:
- Theoretische Prüfung: 60 Fragen aus 6 verschiedenen Themengebieten
- Artenkenntnis: Erkennen und Benennen von 6 Fischen, Krebstieren oder Neunaugen
- Praktische Prüfung: Waidgerechter Zusammenbau einer Angelrute bzw. Angelmontage
Nach dem Bestehen erhältst du dein Prüfungszeugnis, mit dem du anschließend bei der Unteren Fischereibehörde deinen Fischereischein beantragen kannst.
Was genau wird in den einzelnen Prüfungsteilen verlangt?
Theoretischer Teil
Ähnlich wie beim Führerschein gibt es einen festen Fragenkatalog mit insgesamt 360 Fragen, aufgeteilt auf 6 Themenkomplexe:
- Allgemeine Fischkunde: Körperbau, Organfunktionen, Krankheiten bei Fischen, Krebstieren und Neunaugen
- Spezielle Fischkunde: Besonderheiten einzelner Fischfamilien und -arten – Fortpflanzung, Lebensraum, Physiognomie
- Gewässerkunde und Fischhege: Gewässertypen und ihre Eigenschaften
- Tierschutz, Naturschutz und Umweltschutz: Bedrohte Arten, Uferbewuchs, Pflichten des Anglers als Naturschützer
- Gerätekunde: Angelgeräte, Montagen und Zubehör
- Gesetzeskunde: Das nordrhein-westfälische Landesfischereigesetz, geschützte Tierarten an Gewässern, Rechte und Pflichten von Anglern
Für die Prüfung werden aus dem Gesamtkatalog jeweils 10 Fragen pro Themengebiet ausgewählt. Du hast genau eine Stunde Zeit für alle 60 Fragen. Bestanden hast du, wenn du aus jedem Themengebiet mindestens 6 Fragen und insgesamt mindestens 45 Fragen korrekt beantwortest. Pro Frage gibt es mehrere Antwortmöglichkeiten, von denen genau eine richtig ist.

Fischarten erkennen: Wichtiger Teil der Prüfung
Artenkenntnis
Im zweiten Prüfungsteil werden aus einem Pool von 49 verschiedenen Bildern 6 per Zufall ausgewählt. Mindestens 4 davon musst du korrekt benennen – ohne jegliche Antwortvorgaben. Hier ist echtes Wissen gefragt.
Praktischer Teil
Im dritten Teil wird dir per Losverfahren 1 von 10 möglichen Angelmontagen zugeteilt, die du dann aufbauen musst. Ob du dabei alle Knoten selbst binden oder die Komponenten lediglich in der richtigen Reihenfolge präsentieren musst, liegt im Ermessen der Prüfungskommission. Außerdem musst du das passende Zubehör für die waidgerechte Fischversorgung zusammenstellen.
Prüfungsvorbereitung: Wie lange muss ich lernen?
Die Prüfung klingt nach viel Stoff – und das ist sie auch. Aber keine Panik: Der Rahmen ist klar abgesteckt. Neben Alltag, Job und Familie sind 4 bis 6 Wochen Vorbereitungszeit ein realistischer Richtwert.
Also: ruhig angehen lassen! Im nächsten Abschnitt erklären wir dir, wie du dich am effizientesten vorbereitest.
Wie bereitest du dich am besten vor?
In Nordrhein-Westfalen darfst du selbst entscheiden, wie du dich auf die Fischereiprüfung vorbereitest. Vorbereitungslehrgänge müssen hier nicht vom Land akkreditiert sein. Theoretisch könntest du also einfach Bücher wälzen und deinen eigenen Lernplan basteln.
In der Praxis ist die Vorbereitung mit ausgebildeten Schulungsleitern deutlich effizienter und praxisnäher. Früher dominierten mehrtägige Wochenendkurse, bei denen Lehrbuchinhalte für Gruppen aufbereitet und frontal vermittelt wurden. Diese Kurse hatten in den Vereinsheimen alteingesessener Angelvereine durchaus ihren Charme – aber der Unterricht war oft eintönig und fraß regelmäßig das halbe Wochenende.
Online-Angelschule: Angelschein vom Sofa aus?
Heute erscheint es kaum noch zeitgemäß, sich neben Job und Familie sechs bis acht Wochenenden vollständig für eine Angelprüfung zu blockieren. Immer mehr digitale Angelschulen haben diese Lücke erkannt und bieten flexible, familienfreundliche Alternativen an.
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>>> Unser Tipp: Die Anglerschmiede <<< Für alle Fischereischein-Anwärter aus NRW ist die Anglerschmiede eine echte Empfehlung. Die Plattform hat herausragende und abwechslungsreiche Vorbereitungskurse für die Fischereiprüfung entwickelt. Die gesamte Vorbereitung läuft online – wann und wo es dir passt. Du kannst jederzeit pausieren, einzelne Lerneinheiten wiederholen oder Videosequenzen mehrfach schauen. Dein Lerntempo bestimmst du selbst. Neben allen prüfungsrelevanten Themen vermittelt die Anglerschmiede auch interessante Hintergrundinformationen, die dir helfen, Zusammenhänge wirklich zu verstehen – statt bloß auswendig zu lernen. So bist du nicht nur für die Prüfung fit, sondern auch wirklich vorbereitet auf dein erstes Angelabenteuer. Die Kursinhalte werden regelmäßig aktualisiert und sind gezielt auf die jeweiligen Bundesländer zugeschnitten, um regionale Besonderheiten wie spezifische Fischarten oder Gewässersysteme stärker zu berücksichtigen. Die Anglerschmiede arbeitet dabei mit namhaften Angel-Experten wie Marc Ptacovsky, Enrico di Ventura, Marc Voosen und Stefan Seuß zusammen. 10 Gründe für die Anglerschmiede:
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Was kosten Vorbereitungslehrgänge für die Fischereiprüfung?
Ein kurzer Blick auf den Markt zeigt: Online- und Präsenzkurse liegen preislich meist gar nicht weit auseinander. Bei der Anglerschmiede kommen regelmäßig attraktive Zugaben wie Köderpakete dazu, mit denen sich ein Großteil der Investition schnell wieder ausgleicht – schließlich willst du ja sowieso angeln gehen.
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SPARTIPP! Bei der Anglerschmiede gibt es Vorbereitungskurse für die Fischereiprüfung (https://anglerschmiede.de/produkt/online-vorbereitungslehrgang-auf-die-fischereipruefung-in-nordrhein-westfalen/). Ziemlich cool dabei: Zu jedem Angelschein- oder Expertenkurs gibt es ein exklusives LMAB-Köderpaket dazu! |
Was lernst du bei Online-Angelschulen?
Trotzdem ist eine Investition in den Kurs natürlich kein Selbstläufer – du willst wissen, was du dafür bekommst.
Präsenzkurse
Vorbereitungskurse in Vereinsräumen oder gemieteten Gaststätten decken alle prüfungsrelevanten Themen ab, im besten Fall mit den gleichen Bildern, die auch in der Prüfung zum Einsatz kommen. Lehrbücher werden linear durchgearbeitet, der Kursleiter bereitet die Inhalte anhand von Schaubildern und kurzen Videosequenzen auf. Vor der eigentlichen Prüfung absolvierst du in der Regel eine oder mehrere Probeprüfungen.
| Vorteile | Nachteile |
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Online-Kurse
Die meisten Online-Kurse sind strukturell ähnlich aufgebaut, die Lerneinheiten sind aber in sich geschlossen – du kannst dir also selbst überlegen, in welcher Reihenfolge du die Unterrichtsblöcke durcharbeitest. Digitale Inhalte lassen sich schneller aktualisieren als gedruckte Lehrbücher, was sich auch auf die Aktualität der Lernvideos auswirkt. Viele Plattformen erfassen deinen Lernfortschritt automatisch, sodass du genau siehst, wo du schon stark bist und wo noch Luft nach oben ist. Probeprüfungen kannst du flexibel einplanen – und die Prüfungsanmeldung selbst läuft bei vielen Anbietern direkt über das Portal.
Vorteile |
Nachteile |
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Ein letzter Einwand könnte sein, dass der praktische Prüfungsteil bei Präsenzkursen einfacher vorzubereiten ist. Die meisten Online-Angelschulen bieten aber digitale Gerätebautests und detaillierte Lernvideos an, die wirklich nichts offen lassen – solange du die Disziplin aufbringst, den ein oder anderen Knoten auch mal im heimischen Wohnzimmer zu üben.
Wie erhältst du deinen Fischereischein nach bestandener Prüfung?
Wer sich ordentlich vorbereitet, muss sich vor der Prüfung keine Sorgen machen – dat wird schon! Nach dem Bestehen erhältst du zunächst nur dein Prüfungszeugnis. Mit diesem Zeugnis, einem offiziellen Ausweisdokument (Personalausweis oder Reisepass) und einem Passfoto kannst du dir den Fischereischein dann in jeder beliebigen Gemeindeverwaltung in NRW ausstellen lassen.
Dann fällt noch eine abschließende Gebühr an. In NRW kannst du den Fischereischein entweder für 1 Jahr oder für 5 Jahre beantragen – einen Schein auf Lebenszeit gibt es hier, anders als in manchen anderen Bundesländern, nicht.
Die Gebühren für den Fischereischein in NRW:
- Für ein Jahr Gültigkeit fällt eine Gebühr an.
- Für fünf Jahre Gültigkeit fällt eine etwas höhere Gebühr an.
Von diesen Gebühren fließt die Hälfte in die Verwaltungskosten, die andere Hälfte ist die sogenannte Fischereiabgabe – sie kommt direkt Projekten zugute, die dem Fischereiwesen sowie dem Gewässer- und Artenschutz dienen.
Erwerb von Fischereierlaubnisscheinen
Jetzt fehlt nur noch ein Fischereierlaubnisschein für dein Wunschgewässer – dann kann der erste Wurf endlich gemacht werden. Wo bekommst du den?
Angelvereine
Eine klassische Option ist der Eintritt in einen Angelverein. So erhältst du regelmäßigen Zugang zu einem Vereinsgewässer, kannst dich mit Gleichgesinnten austauschen und vielleicht sogar einen Angel-Buddy fürs Leben finden. Allerdings schwankt die Kollegialität in Vereinen teils erheblich – und in NRW ist es wegen der hohen Einwohnerzahl und der entsprechend großen Angel-Community in vielen Ballungszentren gar nicht so einfach, überhaupt noch einen freien Vereinsplatz zu bekommen.
Angelvereine in deiner Nähe findest du über diese Liste mit Suchfunktion: https://www.fisch-hitparade.de/service/angelvereine

Mit Fischereischein bald auch angeln
Gastkarten und frei erhältliche Erlaubnisscheine
Viele Vereine bieten Gastkarten an, mit denen du tageweise in Vereinsgewässern angeln kannst – manchmal allerdings nur in Begleitung eines Mitglieds. Für einige kleinere Seen und vor allem für die großen Flüsse sind auch Jahreserlaubnisscheine ohne Vereinsmitgliedschaft erhältlich. Erste Anlaufstelle ist in der Regel der lokale Angelladen. Darüber hinaus ermöglichen Portale wie Fiskado in Kooperation mit Gewässereigentümern und Pächtern den bequemen Online-Kauf von Erlaubnisscheinen.
Angeln ohne Fischereischein: Bußgelder
Wie bereits erwähnt: Das Angeln ohne privatrechtliche Genehmigung – also ohne Fischereierlaubnisschein – ist eine Straftat nach §293 StGB (Fischwilderei) und kann nicht nur mit einer Geldstrafe, sondern mit einer Freiheitsstrafe von bis zu 2 Jahren geahndet werden.
Daneben gibt es weitere Verhaltensweisen, die zwar nicht strafrechtlich verfolgt werden, aber als Ordnungswidrigkeit eingestuft sind und mit einem Bußgeld von bis zu 5.000 Euro bestraft werden können. Mitgeführte Angelgeräte können dabei eingezogen werden.
Ordnungswidrigkeiten (Quelle: https://recht.nrw.de/lmi/owa/br_bes_detail?sg=0&menu=0&bes_id=3852&anw_nr=2&aufgehoben=N&det_id=554202)
Nach §55 des Landesfischereigesetzes NRW handelt ordnungswidrig, wer vorsätzlich oder fahrlässig…
- seiner Pflicht zur Erhaltung oder Hege eines dem Gewässer entsprechenden Fischbestandes nicht nachkommt.
- auf überfluteten Grundstücken fischt.
- angelt, ohne Inhaber eines Fischereischeins zu sein oder ohne den Fischereischein oder Erlaubnisschein bei sich zu führen.
- in Fischwegen oder auf gekennzeichneten Strecken ober- oder unterhalb der Fischwege fischt.
- den Fischereischein oder Erlaubnisschein nicht zur Kontrolle aushändigt.
- beim Fischfang künstliches Licht, verbotene Mittel oder verletzende Geräte einsetzt.
- eine fischereiliche Veranstaltung ohne Genehmigung durchführt, ein Wettfischen veranstaltet oder daran teilnimmt.
- Fische, Fanggeräte oder Fischbehälter nicht vorzeigt.
Zusammenfassung
Wer in Nordrhein-Westfalen legal angeln will, muss ein paar Voraussetzungen erfüllen – das ist aber kein Grund zur Sorge. Eine bestandene Prüfung ist durchaus machbar, und sinnvoll ist sie obendrein. Gerade wenn du bereits Angelerfahrung aus dem Ausland mitbringst, sollte mit der richtigen Vorbereitung alles glatt laufen. Dann steht deinen ersten Würfen von Rhein bis Weser nichts mehr im Weg.































