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Fliegenfischen für Einsteiger: Warum Du diese Methode unbedingt ausprobieren solltest

Schwimmbrotangeln auf Karpfen - So funktioniert die Sichtangelei im Sommer Du liest Fliegenfischen für Einsteiger: Warum Du diese Methode unbedingt ausprobieren solltest 6 Minuten Weiter Angeln im Brandnertal - Traumrevier für Fliegen- und Spinnfischer

Fliegenfischen - allein das Wort löst bei vielen Anglern ein Stirnrunzeln aus. Angeln mit Fliegen? Auf fliegende Fische? Und ist das nicht sowieso viel zu kompliziert für normale Menschen? Wenn Du Dich das auch schon mal gefragt hast, bist Du in guter Gesellschaft.

In unzähligen Gesprächen am Wasser begegnet mir immer wieder dasselbe Bild: Fliegenfischen gilt als Spezialdisziplin für eine bestimmte Klientel - elitär, versnobbt und kaum zu erlernen. Ähnlich wie Golf, heißt es dann. Das Resultat? Viele Angler probieren es erst gar nicht. Doch stimmt dieses Bild überhaupt noch?

Die Geschichte des Fliegenfischens

Eines ist sicher: Das Fischen mit künstlichen Fliegen blickt auf eine erstaunlich lange Geschichte zurück. Erste Hinweise reichen bis ins alte Ägypten, und schriftlich belegt ist der Einsatz künstlicher Insektenimitate bereits um das Jahr 200 nach Christus.

Im Mittelalter war das sogenannte "Flugangeln" offenbar eine geschätzte Freizeitbeschäftigung des Ritterstandes. Die klassische Weiterentwicklung der Methode fand dann vor allem im englischen Raum statt - geprägt von adeligen oder zumindest wohlbetuchten Anglern, die nach strengen Regeln fischten und dabei entsprechend standesgemäß gekleidet waren.

Das ist freilich lange her. Seitdem ist viel Wasser den Fluss hinabgeflossen, und das Fliegenfischen hat sich - zum Glück - deutlich gewandelt. Geblieben ist dieser ganz eigene, schwer zu beschreibende Reiz, der schon die ersten Fliegenfischer in seinen Bann gezogen hat und jeden Angler dazu einladen sollte, ernsthaft darüber nachzudenken.

Was ist beim Fliegenfischen anders?

Gehen wir es Schritt für Schritt an. Was macht diese Methode eigentlich aus, und warum ist sie eine so wertvolle Ergänzung zu allen anderen Angelformen?

Das Grundprinzip: Ein nahezu gewichtsloses Imitat eines Insekts oder kleinen Fisches soll möglichst natürlich dem Fisch präsentiert werden - so überzeugend, dass er es für echte Nahrung hält.

Damit ergibt sich sofort ein wesentlicher Unterschied zum Spinnfischen: Einen Köder, der kaum Masse hat, kannst Du mit einer normalen Spinne schlicht nicht vernünftig auf Distanz bringen. Beim Fliegenfischen übernimmt deshalb die Schnur selbst die Rolle des Wurfgewichts - eine besondere Wurftechnik macht das möglich.

Drill beim Fliegenfischen

Der Einstieg ins Fliegenfischen ist allein wegen des Drills lohnenswert

Früher bestanden diese Schnüre aus Seide oder geflochtenem Pferdehaar - aufwendig in Herstellung und Pflege. Heute sind es meist geflochtene Schnur-Seelen, die mit PVC, PU oder ähnlichen Kunststoffen beschichtet werden. Zusätze wie Tungsten erlauben es, ganz gezielt Eigenschaften wie Schwimmverhalten oder Sinkrate zu beeinflussen. Die Pflege hält sich dabei in einem sehr überschaubaren Rahmen.

Weshalb den Einstieg ins Fliegenfischen wagen?

Fangen wir mit dem offensichtlichsten Grund an: In vielen Gewässern sind Insekten schlicht die wichtigste Nahrungsquelle. Bei größeren Schlupfereignissen fressen Fische mitunter ausschließlich eine ganz bestimmte Insektenart - und dann beißen sie auf kaum etwas anderes mehr an. Mit Hardbaits oder Softbaits kommst Du in solchen Momenten meist nicht weit.

Aber auch abseits dieser extremen Situationen gilt: Viele Fische lassen sich mit Insektenimitaten am zuverlässigsten überlisten. Diese Imitate werden aus Federn, Fell und leichten Kunstfasern gebunden und wiegen oft deutlich unter einem Gramm. Mit herkömmlichem Gerät kannst Du so einen Köder weder sinnvoll werfen noch natürlich präsentieren - hier führt der Weg zur Fliegenrute fast zwangsläufig.

Äsche: Fangerfolg beim Fliegenfischen

Eine wunderschöne Äsche - Grund genug für einen Einstieg ins Fliegenfischen!

Funktioniert das Fliegenfischen bei Raubfischen?

Beim Angeln auf Raubfische wie den Hecht eröffnet die Fliegenrute völlig neue Perspektiven. In stark befischten Gewässern kennen die Hechte viele der gängigen Kunstköder und reagieren zunehmend reserviert darauf. Eine große, federleichte und buschige Fliege ist da etwas grundsätzlich anderes: Sie schwebt nahezu schwerelos durchs Wasser, pulsiert bei jeder minimalen Strömungsbewegung und kann in solchen Situationen extrem erfolgreich sein - mit entsprechend aufregenden Drills.

Welche Friedfische springen an?

Stippst Du noch? Wenn das nicht Dein Ding ist, dann fang doch mal Rotfedern auf Trockenfliege, Alande auf Popperfliegen, Schleien oder sogar Karpfen auf Sicht. Und wenn Du es extrem machen willst: Ukelei auf winzige Nymphen mit leichtetem Gerät. All das funktioniert mit der Fliegenrute - ganz ohne Teig, Maden, Würmer und Anfüttern.

Fliegenfischen macht unglaublich viel Spaß!

Und dann ist da noch der wichtigste Grund überhaupt: der pure Spaß. Das Werfen und Fischen mit der Fliegenrute ist einfach ein völlig anderes Erlebnis. Immer wieder höre ich von Anglern, die gerade frisch eingestiegen sind, dass sie noch nie so intensive und kurzweilige Tage am Wasser verbracht hätten - und das oft, ohne auch nur einen Fisch mit nach Hause zu nehmen.

Jetzt nicht falsch verstehen: Das heißt nicht, dass Du weniger fängst. Aber das Fischen selbst ist so fordernd und fesselnd, dass Du auch als Schneider zufrieden heimgehst. Du konzentrierst Dich auf den Wurf, beobachtest die Strömung, hältst Ausschau nach Fischen, studierst die Insekten auf der Suche nach dem richtigen Muster - und lernst bei jedem einzelnen Wurf etwas dazu.

Das Wasser, die Natur, die Stille - Du nimmst alles anders wahr. Und wenn dann plötzlich ein Fisch deine Fliege attackiert... das musst Du selbst erleben. Mehr dazu ein anderes Mal.

Fliegenfischen mit Florian Penno

Daniel und Toni bei ihrem Crash-Kurs mit Angelguide Florian Penno

Wie schwierig ist das Werfen beim Fliegenfischen?

Bleibt noch die gefürchtete Hürde: die Wurftechnik. Klar, sie sieht auf den ersten Blick kompliziert aus. Aber mit einem guten Kurs, einem sinnvoll zusammengestellten Setup und einem bisschen Übungswillen schrumpft diese vermeintliche Mauer schnell auf die Größe eines normalen Bordsteins. Fliegenfischen kann jeder lernen - und wer einmal vom Virus erwischt wurde, den lässt er so leicht nicht wieder los.

Anwendungshinweis von der H&B-Community

Wenn Du mit dem Fliegenfischen anfangen willst, lohnt es sich, von Anfang an auf den richtigen Aufbau zu achten. Ein kurzer Kurs mit einem erfahrenen Guide - wie zum Beispiel Angelguide Florian Penno - kann Dir Wochen des Selbstausprobierens ersparen. Fang mit einer Ausrüstung an, die zu Deinem Zielgewässer und Deinen Zielfischen passt, und übe den Wurf regelmäßig auch mal auf dem Rasen. Du wirst merken: Nach ein paar Stunden läuft der einfache Overhead-Cast schon überraschend flüssig - und dann macht jeder weitere Tag am Wasser noch mehr Freude.

Bis zum nächsten Mal und Tight Lines

Florian

Von Florian Penno

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