Free-Rig: Mit dem Free-Rig angeln - HechtundBarsch.de

Free-Rig: So angelst Du mit dem Free-Rig erfolgreich

Freiheit für den Köder!

Genau das steckt hinter dem Grundgedanken des Free-Rigs - und es ist wörtlich gemeint. Gewicht und Köder agieren hier völlig unabhängig voneinander, was dem Rig seine ganz eigene Note verleiht. Klar, ähnliche Konzepte kennen wir auch von anderen Montagen. Beim Texas-Rig, beim Jika-Rig und bei der Cheburashka sind Gewicht und Köder ebenfalls beweglich miteinander verbunden. Was das Free-Rig aber von all diesen unterscheidet: Es erreicht den größten Freiheitsgrad des Köders, ohne dabei die Hängerneigung nennenswert in die Höhe zu treiben - ganz im Gegensatz zum Carolina-Rig oder der Drop-Shot-Montage. Wie genau das alles funktioniert, wie Du die Montage aufbaust und mit welchem Gerät Du sie am effektivsten einsetzt, erfährst Du in den folgenden Abschnitten.

Bestandteile des Free-Rigs

Was brauchst Du für das Free-Rig? Eigentlich nicht viel - die Komponentenliste ist schnell abgehakt.

  • Ein Haken - vorzugsweise ein Offset-Haken, damit Du die spezifischen Vorteile des Free-Rigs voll ausschöpfen kannst.
  • Ein Gewicht: Hier empfehlen sich Stabgewichte mit eingearbeitetem Wirbel am oberen Ende. Birnenbleie gehen vom Grundprinzip her auch, sind aber nicht die erste Wahl. Ob Blei oder Tungsten, spielt zunächst keine entscheidende Rolle - dazu später mehr.
  • Die Vorfachschnur: Setze hier unbedingt auf eine hochwertige Fluorocarbonschnur. Sie ist extrem abriebfest und im Wasser kaum sichtbar. Wer bereits eine FC-Hauptschnur fischt, kann diesen Punkt gegebenenfalls streichen.
  • Eine Gummiperle als Knotenschutz

Zander am Free Rig

Aufbau des Free-Rigs

Der Aufbau ist denkbar unkompliziert. Gehen wir von der gängigsten Kombination aus - geflochtene Hauptschnur mit einem Fluorocarbon-Vorfach. Du knüpfst an Deine Hauptschnur ein FC-Vorfach, etwa in der Stärke 0,22. Dünner geht natürlich auch, bringt in den meisten Situationen aber wenig, denn das stärkere Material ist schlicht widerstandsfähiger gegen Abrieb.

Hauptschnur und Vorfach verbindest Du am besten mit einem FG-Knot. Als Alternative bieten sich kleine Vorfachringe an, wenn Du eher kurze Vorfächer verwendest.

Auf das Vorfach fädelst Du anschließend das Stabgewicht mit der Öse auf. Es läuft frei auf der Schnur. Direkt dahinter folgt eine kleine Gummiperle. Diese kannst Du im Notfall weglassen, wenn Du die Montage so unauffällig wie möglich halten möchtest - sie verhindert jedoch, dass die Öse des Gewichts über den Knoten rutscht oder diesen beschädigt. Sie macht also durchaus Sinn.

Abschließend knotest Du den passenden Haken an. Wie bereits erwähnt, kommt meist ein Offset-Haken zum Einsatz. Aberdeen-Haken sind aber ebenfalls eine Option, sofern die Hängergefahr am jeweiligen Spot überschaubar ist.

Damit ist Dein Free-Rig bereits einsatzbereit.

Wie funktioniert das Free-Rig eigentlich?

Das Herzstück des Free-Rigs ist die maximale Trennung von Gewicht und Köder während der Führung. Anders als beim Carolina- oder Dropshot-Rig, wo der Abstand zwischen Gewicht und Köder fixiert ist, verändert sich dieser Abstand beim Free-Rig kontinuierlich während der Präsentation. Dadurch entwickelt der Köder ein außergewöhnlich reizvolles Laufverhalten - und lässt sich dennoch punktgenau und mit geringer Hängerneigung präsentieren.

Liegt die Schnur ohne Spannung, befinden sich Gewicht und Köder dicht beieinander. Wird die Montage angezupft, lösen sich beide gemeinsam vom Grund. Danach fällt das Gewicht schnell ab, während der Köder - durch die minimale Reibung zwischen Öse und Schnur - deutlich langsamer hinterher gleitet.

Wie ausgeprägt diese Verzögerung ausfällt, hängt vom verwendeten Köder und der Führungsweise ab. Selbst am Grund hat der Köder noch maximales Spiel. Erfolgt ein Biss, wird dieser direkt über die Schnur in die Rutenspitze übertragen - das Gewicht muss vom Fisch nicht mitbewegt werden. Er spürt also beim Aufnehmen des Köders keinen unmittelbaren Widerstand. Das bringt einige handfeste Vorteile, auf die wir gleich noch genauer eingehen.

Wie wird das Free-Rig richtig geführt?

Aus dem bisherigen Abschnitt ergibt sich die grundlegende Führungsstrategie fast von selbst. Die einfachste Variante ist das Schleifen über den Gewässergrund - sie nutzt das Potenzial des Free-Rigs jedoch nur bedingt aus. Wirklich zur Geltung kommt die Montage, wenn Du den Köder über die Rute mehr oder weniger aggressiv anlupfst. Wichtig dabei: Nimm nicht sofort wieder Schnurkontakt auf, da Du den Köder sonst rasch durch die Öse zurück ans Gewicht ziehst.

Lass den Köder lieber an leicht locker gehaltener Schnur herabsegeln.

So haben die Fische ausreichend Zeit, den Köder aufzunehmen, und der Vorteil gegenüber Texas-Rig, Jika-Rig oder dem klassischen Jigkopf kommt voll zum Tragen. An dieser Stelle wird dann auch die Köderwahl entscheidend.

Welche Köder eignen sich besonders gut für die Präsentation am Free-Rig?

Grundsätzlich lässt sich das Free-Rig mit allen Gummiködern kombinieren. Besonders stark performen jedoch Krebsimitate sowie gesalzene und aromatisierte Weichplastikköder. Da der Raubfisch beim Free-Rig nach der Köderaufnahme keinen direkten Widerstand bemerkt und der Köder zusätzlich Eigengeschmack mitbringt, ziehen Barsch und Co. häufig vehement mit dem Köder ab - wie man es vom Schwarzbarschangeln kennt. Das schenkt Dir Zeit für einen verzögerten Anschlag, der erstaunlich oft hervorragend sitzt. Das macht das Free-Rig einerseits äußerst bissintensiv und andererseits ungemein spannend.

Köder, die ich erfolgreich mit dem Free-Rig einsetzte:

  • Illex Cover Craw
  • Noike Donkey Boo
  • X Zone Lures Muscle Back Finesse Craw
  • Noike Smokin Dad
  • X Zone Lures Punisher Punch Craw
  • Noike Yabby
  • #LMAB Finesse Filet Craw

Elbzander auf Free Rig

Florian Penno: Schöner Elbzander auf Free-Rig gefangen

Schnurwahl zum Angeln mit dem Free-Rig!

Um das volle Potenzial des Free-Rigs abzurufen, sollte auch die Schnurwahl passen. Am besten funktioniert die Montage an einer durchgehenden Fluorocarbonschnur. Durch die im Vergleich zu Geflecht höhere Dehnung gibt FC dem Fisch noch etwas mehr Spielraum bei der Köderaufnahme - er nimmt den Köder dadurch noch argloser. Das steigert die Bissverwertung nochmals spürbar. Keine Sorge: Die Bisse bekommst Du trotz - oder gerade wegen - der höheren Dehnung tadellos mit. Einfach mal ausprobieren.

Welche Ruten braucht ihr zum Angeln mit dem Free-Rig?

Jede klassische Rig-Rute macht hier eine gute Figur. Eine sensible Spitze ist wichtig, damit Du Bisse gut anzuzeigen bekommst, ohne dem Fisch zu früh Widerstand entgegenzusetzen. Kommt dann noch ein kraftvolles Rückgrat für den Anschlag hinzu und liefert die Rute eine gute Rückmeldung vom Grund, hast Du Deine ideale Free-Rig-Rute gefunden. Besonders bewährt haben sich bei dieser Methode Ruten mit einer Solid-Tip, also einer eingespleißten Vollcarbonspitze. Zwingend notwendig sind diese aber ausdrücklich nicht.

Barsch am Free Rig

Florian Penno: Auch Barsche haben Krebse am Free-Rig zum Fressen gern

Zusammenfassung

Hier noch einmal die wichtigsten Punkte zum Free-Rig auf einen Blick:

  • Der Köder ist bestmöglich vom Gewicht getrennt, ohne in einem festen Abstand fixiert zu sein.
  • Dadurch fällt der Köder langsamer als das Gewicht und entfaltet eine besonders reizvolle Aktion.
  • Beim Biss spürt der Raubfisch keinen unmittelbaren Widerstand und zieht daher häufig entschlossen mit dem Köder ab - besonders wenn dieser gesalzen und aromatisiert ist.
  • Verzögerte Anschläge sind oft sehr erfolgreich.
  • Bisse werden direkt in die Rutenspitze übertragen, selbst wenn der Köder am Grund liegt, weil das Gewicht vom Fisch nicht mitbewegt werden muss.
  • Das Free-Rig ist extrem simpel und besteht aus nur wenigen Komponenten.
  • Die Führung ist einfach zu erlernen und trotzdem sehr variabel.
  • Die Technik funktioniert das gesamte Jahr über - auch im Winter hervorragend.
  • Jede Rig-Rute ist für diese Montage geeignet.
  • Fluorocarbon-Hauptschnur ist die beste Wahl, aber kein absolutes Muss.
  • Schlankes Gewicht und Offset-Haken sorgen dafür, dass das Free-Rig kaum hängt.

Fazit zum Free-Rig

Abschließend noch ein paar Worte. Das Free-Rig eröffnet Dir beim Angeln mit Weichplastikködern buchstäblich neue Freiheiten. Die schlanke Form des Gewichts in Kombination mit dem Offset-Haken macht die Montage ausgesprochen hängerarm. Gleichzeitig ist das Angeln damit richtig spannend - wenn ein Barsch oder Zander mit dem Köder abzieht, ist das einfach ein tolles Gefühl. Das Free-Rig lässt sich nahezu überall als Alternative zum klassischen Jigkopf oder zum Texas-Rig einsetzen und bringt noch viele weitere Einsatzmöglichkeiten mit. Barsch und Zander reagieren sehr positiv darauf, und sobald das Wasser im Winter richtig kalt wird, hast Du mit dem Free-Rig bereits eine optimale Wintermontage griffbereit.

Wer bei all diesen Vorteilen noch zögert - ich bin jedenfalls überzeugt. Probier es einfach aus. Alles, was Du zum Binden und Fischen brauchst, findest Du bei uns im Shop auf hechtundbarsch.at.

Stramme Schnüre und ganz viel Petri,

Florian

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