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Hornhecht angeln – Tipps, Methoden und ein Rezept direkt vom Wasser

Rezept: Knuspriger Dorsch im Bierteig Du liest Hornhecht angeln – Tipps, Methoden und ein Rezept direkt vom Wasser 6 Minuten Weiter Streetfishing in Hamburg: Raubfische direkt vom Stadtgewässer

Was ist ein Hornhecht?

„Wenn der Raps zu blühen beginnt,
der Hornhecht an die Küste schwimmt."

Diese alte Weisheit aus dem Norden trifft es ziemlich gut. In diesem Beitrag nehme ich Dich mit durch meine Fangmethoden, meine liebsten Spots, gebe Dir ein paar handfeste Tipps und zeige Dir am Ende sogar, wie der Hornhecht auf dem Teller landet.

Falls Du Dich fragst, wann Raps blüht: Das ist im Mai. Die Hornhecht-Saison selbst erstreckt sich aber von Mai bis August – also hast Du einen ordentlichen Zeitraum, um Dich auszuprobieren.

Der Hornhecht erreicht Längen von bis zu 90 cm und ist ein echter Speisefisch, der zu Unrecht unterschätzt wird. Als Räuber orientiert er sich vor allem über seine Augen, was bedeutet: Tagsüber ist er am aktivsten und dann solltest Du am Wasser stehen.

Fangmethoden und Gerät für Hornhechte

Ehrlich gesagt ist der Hornhecht einer der unkompliziertesten Meeresfische, die Du in der Ostsee beangeln kannst. Er lässt sich auf ganz unterschiedliche Arten überlisten:

  • mit der Fliege,
  • einer Posenmontage,
  • Blinker,
  • Sbirolino
  • oder kleinen Jigs.

Mein persönlicher Favorit ist der Blinker. Mehr muss man dazu eigentlich nicht sagen – sobald der Schwarm steht, schlägt alles an, was glitzert und sich bewegt.

Welcher Blinker funktioniert beim Hornhecht?

Ob 18 g oder 22 g Blinker, ob blau-weiß kariert oder grün-gelb gestreift – das spielt keine so große Rolle, wie man vielleicht denkt. Ich halte mich selbst an zwei Marken: Snaps und Falkfish. Nicht weil andere schlecht wären, sondern weil ich über die Jahre ein tiefes Vertrauen in diese Hersteller aufgebaut habe. Gerade am Ende der Saison, wenn der Schwarm schon weitergezogen ist, haben mich diese Köder noch so manchen Nachzügler fangen lassen.

Weiteres Equipment zum Hornhecht-Angeln

Vor den Blinker knote ich ein Fluorocarbon-Vorfach von etwa 40 cm in der Stärke 40er – schließlich kann Dir während der Hornhechtzeit auch eine Meerforelle ans Gerät gehen. Als Rute empfehle ich eine weiche, sensible Rute mit einem Wurfgewicht von 8 bis 25 g. Dazu eine einfache Stationärrolle, besetzt mit 0,12er Geflechtschnur, und Du bist bestens ausgerüstet.

Jetzt noch ein Tipp, den ich jedem ans Herz lege:

Wenn Du viele Fehlbisse oder Nachläufer erlebst, nimm den Drilling vom Blinker und montiere ein circa 5 cm langes Schnurstück zwischen Blinker und Drilling.

Der Grund: Hornhechte haben ein sehr hartes Maul im vorderen Bereich, wo sich Drillinge kaum vernünftig setzen. Der Knorpel weiter hinten im Maul ist weicher – und genau dort greift der Haken dann zuverlässiger.

Damit der Haken auch wirklich hält, gilt außerdem: Niemals mit alten, rostigen Haken arbeiten. Nur absolut scharfes Gerät macht hier den Unterschied. Allein diese beiden Punkte können Deine Fangquote spürbar nach oben treiben.

Patrick Owomoyela mit seinem ersten Hornhecht

Patrick Owomoyela mit seinem ersten Hornhecht

Auf kleinen Drilling achten

Hier kommt der dritte Tipp: Blinker aus dem Angelhandel kommen oft mit viel zu großen Drillingen für den kleinen Hornhechtschnabel. Unbedingt abnehmen und durch kleinere ersetzen.

Eine wirklich clevere Alternative ist der Einsatz von Seidenschlaufen anstelle eines Drillings. Die feinen Zähne der Hornhechte verhaken sich hervorragend in der Seide, und Fehlbisse werden damit deutlich seltener.

Ein Haken an der Sache: Wenn eine Meerforelle zuschlägt, ist die Chance, sie zu landen, mit Seidenschlaufen eher gering. Das solltest Du im Hinterkopf behalten.

Posenmontage nutzen

Eine Methode, die ich ebenfalls regelmäßig einsetze, ist die Posenmontage. Ich greife dabei zu einer langhalsigen 15-g-Pose und baue ein klassisches Posenvorfach: vor und hinter der Pose je einen Stopper, dann mit Schrotbleien sauber austarieren.

Bei den Haken setze ich auf Einzelhaken der Marke Gamakatsu in Größe 1. Als Köder präpariere ich mir einen kleinen Heringsfetzen – und zwar wirklich mundgerecht, denn der Hornhechtschnabel ist schmal. Ein zu großes Stück wird einfach abgestreift.

Noch etwas ist wichtig: Anders als bei vielen anderen Fischen läuft der Köder hier maximal 2 Meter unter der Wasseroberfläche – nicht am Grund.

Platzwahl beim Hornhechtangeln

Mein Heimrevier ist die Ostsee, vor allem der Darß. Es gibt zwar viele gute Angelstellen für Hornhechte entlang der deutschen Küste, aber die besten Ergebnisse liefern fast immer Brackwasser-Gewässer – also Bodden wie der Strelasund oder der Rügener Bodden.

Das Reizvolle am Angeln in solchen Bodden: Du kannst neben Hornhechten auch Süßwasserraubfische mit dem Blinker überraschen.

Gute Platzierung an Land

Wenn Du vom Ufer aus angelst, such Dir flache Stellen mit geringer Wassertiefe – ähnlich wie beim Meerforellenangeln. Lange Sandstrände eignen sich gut.

Interessant sind auch Molen oder Seebrücken, sofern dort sandiger Untergrund und keine zu großen Tiefen zu finden sind. Besonders vielversprechend sind Stellen mit einem Wechsel aus Sand und Kraut oder Muscheln – ein sogenanntes Leopardenmuster am Grund.

Hornhecht zubereiten

Der Hornhecht fristet ein eher bescheidenes Dasein als Speisefisch – dabei schmeckt er wirklich gut. Hier ist mein einfaches Rezept für in Mehl gebratenen Hornhecht.

Zubereitungsdauer: 20 Minuten für 4 Personen.

Das brauchst Du dafür:

  • 1 Tasse Mehl
  • Salz, Pfeffer
  • 2 Knoblauchzehen
  • Butter & Rapsöl
  • Dill
  • 1 Limette

So geht's:

  1. Hornhecht ausnehmen, Kopf abtrennen, Schuppen entfernen und Flossen abschneiden
  2. Den Fisch in pfannengerechte Stücke von etwa 20 cm Länge zerteilen
  3. Die Stücke gründlich mit Küchenpapier abtrocknen
  4. Innen und außen gleichmäßig mit Mehl bestäuben
  5. Überschüssiges Mehl abschütteln – keine Klumpen auf dem Fisch lassen
  6. Pfanne erhitzen und mit gleichen Teilen Butter und Rapsöl befüllen
  7. Knoblauch ins heiße Fett geben
  8. Die Hornhechtstücke einlegen
  9. Sobald die Haut goldbraun und knusprig ist, aus der Pfanne nehmen, mit Dill bestreuen und etwas Limette darüberträufeln
  10. Mit einer Beilage nach Wahl servieren – Rosmarinkartoffeln passen hervorragend dazu

Ein praktischer Nebeneffekt: Nach dem Braten sind die Gräten des Hornhechts leuchtend grün gefärbt – so fallen sie beim Essen sofort auf und lassen sich problemlos entfernen.

Hornhecht in Mehl paniert

Zusammenfassung

Ich hoffe, dieser Beitrag hat Dir ein paar neue Ideen mitgegeben – egal ob für den nächsten Ostsee-Trip oder für den Teller danach. Guten Appetit und wie immer: Tight Lines!

Euer Brosef

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