Hornhecht angeln - HechtundBarsch.de

Hornhecht angeln: Methoden, Spots und ein Rezept zum Genießen

Was ist ein Hornhecht?

"Wenn der Raps zu blühen beginnt,
der Hornhecht an die Küste schwimmt."

Diese alte Redensart aus dem Norden trifft es ziemlich gut. Und für alle, die den Kalender lieber in Monaten denken: Der Raps blüht im Mai. Genau dann beginnt die Hornhecht-Saison, die sich bis in den August zieht. In diesem Artikel erfährst Du alles, was ich über meine Fangmethoden, meine Lieblingsplätze und die Zubereitung dieses unterschätzten Fisches weiß.

Der Hornhecht kann stattliche 90 cm erreichen und ist dabei ein echter Räuber, der seine Beute hauptsächlich über das Auge erspäht. Genau deshalb macht es Sinn, ihn tagsüber zu beangeln - wenn das Licht stimmt, ist er aktiv. Und als Speisefisch hat er deutlich mehr drauf, als sein Ruf vermuten lässt.

Fangmethoden und Gerät für Hornhechte

Ehrlich gesagt: Kein anderer Ostseefisch lässt sich so unkompliziert beangeln wie der Hornhecht. Das Schöne daran ist, dass Du ihn mit einer ganzen Reihe verschiedener Methoden überlisten kannst:

  • Fliegenfischen,
  • Posenmontage,
  • Blinker,
  • Sbirolino
  • oder kleine Jigs.

Mein persönlicher Favorit ist der Blinker. Und eigentlich muss man dazu nicht viel erklären: Sobald ein Schwarm auftaucht, wird praktisch alles attackiert, was sich bewegt und Licht reflektiert.

Welcher Blinker funktioniert beim Hornhecht?

Ob 18 g oder 22 g, ob blau-weiß oder grün-gelb gestreift - wenn die Hornhechte beißen, ist das meist egal. Ich selbst greife fast ausschließlich zu zwei Marken: Snaps und Falkfish. Andere Hersteller fangen sicher genauso, aber ich habe über die Jahre ein echtes Vertrauen in diese beiden aufgebaut - gerade wenn am Ende der Saison noch der eine oder andere Nachzügler überzeugt werden muss.

Weiteres Equipment zum Hornhecht-Angeln

Vor den Blinker knüpfe ich ein rund 40 cm langes Fluorocarbon-Vorfach mit 40er Stärke. Das hat einen einfachen Grund: Während der Hornhechtzeit kannst Du jederzeit eine Meerforelle überraschen - und dann sollte das Material stimmen. Für die Rute empfehle ich etwas Weiches, Sensibles mit einem Wurfgewicht zwischen 8 und 25 g. Dazu eine einfache Stationärrolle, besetzt mit einer 0,12er Geflechtschnur - fertig ist das Setup.

Und hier kommen zwei Tipps, die wirklich etwas bringen:

Plagst Du Dich mit vielen Fehlbissen und Nachläufern? Dann nimm den Drilling vom Blinker und hänge ein rund 5 cm langes Stück Schnur als Verbindung zwischen Blinker und Drilling.

Warum das funktioniert: Hornhechte haben im vorderen Bereich des Mauls extrem hartes Knorpelgewebe, in dem sich Drillinge kaum setzen können. Weiter hinten im Maul wird das Gewebe weicher - und genau dort greift der Haken dann besser. Der zweite Tipp hängt direkt damit zusammen: Verwende ausschließlich absolut scharfe Haken. Rostiges oder stumpfes Gerät scheidet konsequent aus. Schon diese beiden Punkte können Deine Fangquote spürbar nach oben treiben.

Patrick Owomoyela mit seinem ersten Hornhecht

Patrick Owomoyela mit seinem ersten Hornhecht

Auf kleinen Drilling achten

Hier ist der dritte entscheidende Tipp: Die Drillinge, die ab Werk an handelsüblichen Blinkern montiert sind, sind für den schmalen Hornhechtschnabel schlicht viel zu groß. Unbedingt gegen kleinere Modelle tauschen.

Eine wirklich clevere Alternative sind Seidenschlaufen, die Du anstelle des Drillings am Blinker befestigst. Die feinen Zähne der Hornhechte verhaken sich ausgezeichnet in der Seide - Fehlbisse werden damit drastisch reduziert. Der Haken an der Sache: Schnappt sich eine Meerforelle Deinen Köder, ist die Chance, sie zu landen, leider sehr gering.

Posenmontage nutzen

Eine weitere Methode, auf die ich gerne zurückgreife, ist die Posenmontage. Ich setze dabei auf eine langhalsige 15-g-Pose. Das Vorfach baue ich klassisch auf: Stopper vor und hinter der Pose, dann mit Schrotbleien tariert. Als Haken kommen Einzelhaken von Gamakatsu in Größe 1 zum Einsatz.

Als Köder funktioniert ein kleiner Heringsfetzen hervorragend - aber Vorsicht: Das Stück muss wirklich mundgerecht sein. Hornhechte haben ein ausgesprochen schmales Maul. Außerdem gilt: Den Köder nicht am Grund platzieren, sondern maximal 2 Meter unter der Wasseroberfläche schweben lassen.

Anwendungshinweis

Ein kleiner Hinweis aus der Praxis: Gerade wenn Du die Posenmontage mit Heringsfetzen kombinierst, lohnt es sich, die Köderfrische im Blick zu behalten. Wechsle den Hering regelmäßig aus, sobald er weich oder blass wird - frisches Fleisch hat deutlich mehr Biss und sorgt für sauberere Bisssignale an der Pose. Und noch etwas: Arbeite die Montage nach dem Einwurf sanft ein, zwei Mal an. Hornhechte reagieren auch auf natürlich treibende Köder, aber eine minimale Bewegung kann den entscheidenden Unterschied machen.

Platzwahl beim Hornhechtangeln

Mein Heimrevier ist die Ostsee, besonders der Darß. In Deutschland gibt es viele brauchbare Stellen, aber die besten Ergebnisse erzielt man in der Regel an Brackwasser-Gewässern - also an Bodden wie dem Strelasund oder dem Rügener Bodden. Das Reizvolle daran: In diesen Bereichen können Dir neben Hornhechten auch Süßwasserraubfische an den Blinker gehen.

Gute Platzierung an Land

Vom Ufer aus suchst Du am besten flache, seichte Abschnitte - ähnlich wie beim Meerforellenangeln. Genau diese Bedingungen mögen Hornhechte. Molen und Seebrücken sind ebenfalls interessant, sofern dort sandiger Untergrund und keine übermäßigen Wassertiefen vorzufinden sind. Besonders produktiv sind außerdem Stellen mit einem sogenannten Leopardenmuster - also Bereiche, in denen Sand und Kraut oder Muscheln abwechselnd vorkommen.

Hornhecht zubereiten

Als Speisefisch wird der Hornhecht oft unterschätzt - zu Unrecht. Hier ist mein unkompliziertes Rezept für in Mehl panierten Hornhecht, das wirklich jeder hinbekommt.

Zubereitungsdauer: 20 Minuten für 4 Personen.

Diese Zutaten brauchst Du:

  • 1 Tasse Mehl
  • Salz, Pfeffer
  • 2 Knoblauchzehen
  • Butter & Rapsöl
  • Dill
  • 1 Limette

Zubereitung:

  1. Den Hornhecht ausnehmen, Kopf abtrennen, Schuppen abraspeln und die Flossen abschneiden.
  2. Den Fisch in pfannengerechte Stücke zerteilen - rund 20 cm lange Happen sind ideal.
  3. Die Stücke mit Küchenpapier sorgfältig trockentupfen.
  4. Den Fisch innen und außen gleichmäßig mit Mehl bestäuben.
  5. Überschüssiges Mehl sorgfältig abschütteln - keine Klumpen auf dem Fisch!
  6. Die Pfanne erhitzen und mit gleichen Teilen Butter und Rapsöl einlassen.
  7. Knoblauch ins heiße Fett geben.
  8. Die Hornhechtstücke in die Pfanne legen.
  9. Sobald die Haut goldbraun und knusprig ist, den Fisch herausnehmen, mit Dill bestreuen und mit Limette beträufeln.
  10. Dazu passt hervorragend eine Beilage wie zum Beispiel Rosmarinkartoffeln.

Ein schöner Nebeneffekt beim Braten: Die Gräten des Hornhechts färben sich leuchtend grün - sie fallen beim Essen sofort ins Auge und lassen sich dadurch deutlich leichter entfernen.

Hornhecht in Mehl paniert

Zusammenfassung

Ich hoffe, Du konntest hier den einen oder anderen nützlichen Gedanken mitnehmen. Guten Appetit - und wie immer: Tight Lines!

Euer Brosef

Schreibe einen Kommentar

Alle Kommentare werden vor dem Veröffentlichen geprüft.

Diese Website ist durch hCaptcha geschützt und es gelten die allgemeinen Geschäftsbedingungen und Datenschutzbestimmungen von hCaptcha.