Kann man in Deutschland ohne Angelschein angeln? - HechtundBarsch.de

Angeln in Österreich und Deutschland: Was Du über den Angelschein wissen musst

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Mein Name ist Daniel, und ich komme ursprünglich aus Simbabwe. Vor zwölf Jahren hat es mich als Golftrainer von London nach Berlin verschlagen. Was ich damals nicht ahnte: Ich war mitten in ein echtes Angelparadies gezogen. Die ersten Monate waren turbulent genug, denn eine neue Stadt, eine neue Sprache, ein neues Leben. Doch mit der Zeit fand ich meinen Rhythmus, knüpfte Kontakte - und irgendwann lernte ich natürlich einen absolut passionieren Angler kennen.

Einfach losangeln: Geht nicht

Der Typ erzählte mir mit leuchtenden Augen, wie er an jedem Wochenende Hechte, Zander und Karpfen aus Berliner Gewässern zog. Mich hat das sofort gepackt. Berlin, eine Millionenmetropole, und trotzdem überall Wasser und Fisch? Ich war Feuer und Flamme und fragte ihn ohne Umschweife, wann wir gemeinsam losziehen. Seine Antwort war alles andere als enthusiastisch:

„Junge, du machst erst mal deinen Angelschein. Vorher angelst du hier gar nicht, mit Schwarzangelei ist nicht zu spaßen!"

Einen Schein zum Angeln? Machte der Typ Witze? In meiner Heimat Simbabwe braucht niemand einen Schein, um eine Angel ins Wasser zu halten oder ein Boot zu führen. Wer eine Angel hat, angelt - ganz einfach. Ich konnte kaum glauben, dass das ernst gemeint war. Aber er meinte es ernst. Also machte ich mich ans Recherchieren.

Diese Zusammenfassung richtet sich an Anfänger, Urlaubsangler und alle, die neu nach Deutschland oder Österreich gezogen sind und sich früher oder später mit diesem Thema auseinandersetzen müssen.

Welche Scheine gibt es?

Grundsätzlich brauchst Du in Deutschland zum legalen Angeln zwei verschiedene Scheine:

Fischereischein

Der Fischereischein - oft auch einfach Angelschein genannt - wird in der Regel über eine erfolgreich bestandene Anglerprüfung erworben. Danach gehst Du zum zuständigen Fischereiamt, das Dir den Schein dann ausstellt.

Interessant dabei: Du bist nicht verpflichtet, die Prüfung in dem Bundesland abzulegen, in dem Du gemeldet bist. Das kann sich durchaus als praktisch erweisen - zum Beispiel dann, wenn Du in einem anderen Bundesland keinen Vorbereitungslehrgang absolvieren musst, der andernorts Pflicht wäre.

In Brandenburg etwa ist die Sache vergleichsweise unkompliziert. Du kannst Dich mit Prüfungsfragen und Simulationen vorbereiten und danach direkt zur Prüfung antreten - etwa in Potsdam. Den Fischereischein lässt Du Dir anschließend im Fischereiamt Deines Wohnortes ausstellen. Außerdem wird dort jährlich eine Fischereiabgabe fällig, die man sich als eine Art jährliche Angelsteuer vorstellen kann.

Erlaubnisschein

Neben dem Fischereischein brauchst Du zusätzlich einen Erlaubnisschein, der häufig auch als Angelkarte bezeichnet wird. Dieser ist gewässerspezifisch und zeitlich begrenzt. Du kannst ihn in Angelshops, Vereinen oder anderen Ausgabestellen erwerben. Wer für ein bestimmtes Gewässer Angelkarten ausgeben darf, lässt sich in der Regel schnell in Erfahrung bringen.

Auf der Angelkarte findest Du auch die gewässerspezifischen Regelungen. Wichtig zu wissen: Es gibt durchaus auch Gewässer, an denen kein Erlaubnisschein erforderlich ist. An der Hamburger Elbe beispielsweise reicht allein der Fischereischein als Angelberechtigung aus.

Voraussetzungen zum Angeln im Überblick

Kurz zusammengefasst sieht der Weg so aus: Du legst einmalig die Anglerprüfung ab, lässt Dir daraufhin den Fischereischein ausstellen, bezahlst jährlich die Fischereiabgabe und kaufst Dir dann die passenden, zeitlich befristeten Angelkarten für Dein jeweiliges Gewässer. Sind diese Schritte erledigt, steht dem legalen Angeln nichts mehr im Weg.

Jetzt kommen wir aber zur Frage, die vor allem blutigen Einsteigern unter den Nägeln brennt:

Ist es möglich, in Deutschland legal zu angeln, ohne dafür eine Prüfung (ggf. plus Lehrgang) abzulegen?

Manche haben dem Angeln schon jahrelang im Ausland gefrönt oder zumindest im Urlaub gemerkt, dass es verdammt viel Spaß macht. Für sie ist die Entscheidung, den Fischereischein anzugehen, oft klar. Aber es gibt auch viele Neugierige, die noch nie wirklich am Wasser aktiv waren und erst herausfinden wollen, ob das Angeln überhaupt was für sie ist. Die deutschen Gesetze machen ein unkompliziertes Ausprobieren nicht ganz einfach - aber unmöglich ist es nicht:

Friedfisch

In Brandenburg ist für das Angeln auf Friedfisch keine Anglerprüfung notwendig. Für den Fischereischein muss lediglich die jährliche Fischereiabgabe entrichtet werden. Wer also nicht zwingend auf Raubfisch aus ist, kann dort ganz ohne Prüfung erste Erfahrungen am Wasser sammeln. Passende Angelkarte besorgen, Fischereiabgabe bezahlen - und los geht's.

Forellenteich

In Baden-Württemberg und Sachsen ist das Angeln ohne Fischereischein in bewirtschafteten Teichanlagen gesetzlich nicht verboten. Es gibt dort einige sogenannte „Forellenpuffs

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