Der Zander ist unter Raubfischanglern eine echte Institution. Als größter Barschartige Europas gehört er zur Familie der Barsche und hat sich dank gezielter Besatzmaßnahmen mit Brut und Jungfischen weit über sein ursprüngliches Verbreitungsgebiet hinaus ausgebreitet. Westeuropäische Gewässer sind heute fester Bestandteil seines Lebensraums.
GUT ZU WISSEN:
In Schweden tragen sogar einzelne Ortschaften den Zander stolz in ihren Wappen.
Auch in Skandinavien ist der Stachelritter stellenweise gut vertreten. In Deutschland trifft man ihn vor allem an Rhein, Weser, Elbe und Mosel an - aber auch zahlreiche Seen und kleinere Flüsse beherbergen solide Bestände. Interessant: Obwohl er ein klassischer Süßwasserfisch ist, kommt er mit leichtem Salzgehalt erstaunlich gut zurecht und taucht deshalb auch in Teilen der Ostsee auf.

©fischfindertest | Zandervorkommen in Europa: Lila - natives Gebiet, Grün - eingeführtes Gebiet, Orange - Wolgazander natives Gebiet,
Gelb - Wolgazander eingeführtes Gebiet, Blau - Meerzander
Zander: Überaus intelligenter Räuber
Zander-Vorkommen
Wenn es um den Lieblingslebensraum des Zanders geht, ist die Antwort eindeutig: trübes Wasser. Sein außergewöhnlich leistungsstarkes Sehvermögen macht ihn auch bei schlechten Sichtverhältnissen zum effizienten Jäger. Fließ- und Standgewässer mit geringer Sichttiefe bieten ihm nahezu ideale Bedingungen. Zwar hält er sich bevorzugt in Bodennähe auf, doch in manchen Regionen werden die Zettis auch regelmäßig im Mittelwasser erwischt.

Dieser Zander wurde am Ebro im Mittelwasser gefangen - Der Ebro gilt als Top-Revier für Zander, Barsch und Wels.
Fressverhalten des Zanders
Die bevorzugte Jagdzone des Zanders liegt klar in Bodennähe, im Winter steht er dabei besonders tief. Strömungsarme Stellen sind dann sein Lieblingsplatz. Trotzdem lohnt sich auch ein Blick auf die Strömungskanten zwischen starker und ruhiger Strömung - genau dort kreuzen häufig potenzielle Beutefische seinen Weg. Seinen eigentlichen Beutezug startet der Stachelritter hauptsächlich in der Dämmerung und nachts. Dann wagt er sich in flachere Bereiche vor und patrouilliert gerne parallel zu Steinpackungen und Buhnen. Ausnahmen gibt es natürlich - Fänge in mittleren Tiefen am helllichten Tag sind durchaus möglich.
Hier finden sich Zander
Tagsüber bleibt er in Bodennähe und bevorzugt dabei schattige Zonen, Kanten und strukturreiche Bereiche. Gerade im Hochsommer zieht er sich in tiefe und schattige Gebiete zurück - das macht die Jagd auf ihn anspruchsvoll, aber keineswegs aussichtslos.
TIPP:
Generell ist der Tag nicht die beste Zeit zum Zanderangeln.
Wenn es geht, weiche auf Dämmerung oder Nacht aus. Auflaufendes Wasser spielt vor allem in Häfen eine Rolle, während im Buhnenbereich das ablaufende Wasser oft hilfreicher ist. Leichter Lichteinfall, sei es durch Mondschein oder nahegelegene Stadtlichter, ist ebenfalls willkommen.

Im Sommer macht es Sinn, mehrere Spots abzuklappern, denn bei Wärme sind die Räuber häufig träge und beißfaul - du musst sie aktiv suchen. Schau Dir das Fressverhalten dieser Fische mal genauer an: Der Zander bevorzugt schmale und längliche Beutefische. Auf seinem Speiseplan steht seit einiger Zeit zunehmend die Grundel, die sich in deutschen Gewässern immer weiter ausbreitet. Aber auch Ukelei, Rotaugen, Stinte und sogar Barsche gehen ihm gerne runter. Seine bevorzugte Beutegröße liegt dabei bei bis zu 15 Zentimeter - auch wenn Ausnahmen immer möglich sind.
So jagt der Zander
Statt zu schnappen, saugt der Zander seine Beute regelrecht ein. Weil er dabei ein äußerst cleveres Kerlchen ist, durchschaut er schlecht präsentierte Köder schnell und spuckt ein Gummi im Zweifelsfall sofort wieder aus. Genau das macht die Jagd auf ihn so fordernd und ist gleichzeitig eine willkommene Herausforderung für jeden ehrgeizigen Angler. Da der Köder beim Einsaugen noch locker im Maul sitzt, ist das Haken anfangs schwierig. Oft dreht der Zander die Beute noch einmal um, bevor er schluckt - er vergewissert sich quasi, was er sich einverleibt. Deshalb ist es so entscheidend, den direkten Kontakt über die Rute nie zu verlieren und schnell zu reagieren. Dazu aber später mehr.
Ein toller Fang am Ebro in Nordspanien.
Fortpflanzung
Wer nachhaltig angelt, kennt seine Zielfische. Dazu gehört sowohl ein schonender Umgang als auch das Einhalten von Schonzeiten und Mindestmaßen.
Zander-Weibchen werden durchschnittlich mit etwa vier Jahren geschlechtsreif und sind dann rund 40 Zentimeter lang. Die Männchen sind etwas früher dran - im Schnitt bereits mit drei Jahren. Die Laichzeit der Weibchen beginnt Ende März oder Anfang April und erstreckt sich bis in den Juni hinein. Dieser Zeitraum gibt uns also schon einen Hinweis auf die Schonzeit des Zanders.
Schonzeit bedeutet in diesem Fall aber nicht:
„Klar, wir angeln auf Zander und setzen sie dann einfach wieder rein."
Das wäre für die Tiere enormer Stress und ein massiver Eingriff in ihr Laich- und Fortpflanzungsverhalten. Angel mit Bedacht und vermeide in zanderreichen Gewässern das gezielte Fischen auf Räuber, bei dem Dir auch ein Zander ans Eisen gehen könnte. So gibst Du den Tieren die Ruhe, die sie brauchen, und trägst aktiv zum Erhalt des Bestands bei.
GUT ZU WISSEN:
Auch unmittelbar vor und nach der Laichzeit ist mit trächtigen Zander-Weibchen zu rechnen.
Schonzeiten-Tabelle
Bundesland |
Zeitraum |
Mindestmaß |
Baden-Württemberg |
01. April bis 15. Mai |
45 Zentimeter |
Baden-Württemberg (Main) |
01. Februar bis 30. April |
50 Zentimeter |
Bayern |
15. Februar bis 30. April |
50 Zentimeter |
Berlin |
01. Januar bis 31. Mai |
45 Zentimeter |
Brandenburg |
01. April bis 31. Mai |
45 Zentimeter |
Bremen |
01. Februar bis 15. Mai |
40 Zentimeter |
Hamburg |
01. Januar bis 15. Mai |
40 Zentimeter |
Hessen |
Keine Schonzeiten |
50 Zentimeter |
Mecklenburg-Vorp. (Binnen) |
Keine Schonzeiten |
45 Zentimeter |
Mecklenburg-Vorp. (Küsten) |
23. April bis 22. Mai |
45 Zentimeter |
Niedersachsen (Binnen) |
15. März bis 30. April |
35 Zentimeter |
Niedersachsen (Küsten) |
15. März bis 15. Mai |
40 Zentimeter |
Nordrhein-Westfalen |
01. April bis 31. Mai |
40 Zentimeter |
Rheinland-Pfalz |
01. April bis 31. Mai |
45 Zentimeter |
Saarland |
15. Februar bis 31. Mai |
45 Zentimeter |
Sachsen |
01. Februar bis 31. Mai |
50 Zentimeter |
Sachsen-Anhalt |
15. Februar bis 31. Mai |
50 Zentimeter |
Schleswig-Holstein (Binnen) |
01. April bis 31. Mai |
45 Zentimeter |
Schleswig-Holstein (Küsten) |
15. Februar bis 15. Mai |
40 Zentimeter |
Thüringen |
01. Februar bis 31. Mai |
45 Zentimeter |
Stand Q2/2023 |
So laichen und wachsen Zander
Zum Laichen sucht der Zander tiefere Uferbereiche mit steinigem oder hartem Untergrund auf. Die Weibchen legen ihre Eier in kleine Laichgruben ab, die durch ein klebriges Sekret am Boden fixiert werden. Dabei können zwischen 150.000 und 200.000 Eier pro Kilogramm Körpergewicht entstehen. Sowohl Männchen als auch Weibchen verteidigen ihre Nester in dieser Zeit aggressiv. Einen Menschen hat zwar noch kein Zander gefressen - aber der Vollständigkeit halber wollte ich's erwähnen.
Wer die Laichgrube überlebt, ist ein Jahr später bereits 14 bis 17 Zentimeter lang und auf dem besten Weg, ein potenzieller Zielfisch für uns zu werden. Der genaue Zeitpunkt des Laichens hängt übrigens stark von der Wassertemperatur ab. Nach einem langen, kalten Winter beginnt die Laichzeit schlicht etwas später, weil das Wasser einfach mehr Zeit zum Aufwärmen braucht.
Noch ein wichtiger Hinweis zur Laichgrubengeographie: Diese befinden sich in der Regel im Flachwasser zwischen null und vier Metern. In aller Regel sind es die Männchen, die Wache schieben. Wenn Du also jigst und den Köder bodennah in Nestnähe führst, reagieren die Herren sehr unwirsch - sie schlagen mit der Schwanzflosse und wollen den vermeintlichen Eindringling vergrämen.
Dabei sind sie so aufgebracht, dass sie ohne Rücksicht auf Verluste durch die eigenen Laichgruben fegen und dabei die Nester beschädigen. Tu den Tieren also einen Gefallen und meide zanderreiche Flachbereiche während der Laichzeit. Ab fünf Metern Tiefe und tiefer brauchst Du Dir hingegen keine Gedanken zu machen, die Männchen zu triggern.
Merkmale des Stachelritters
Bevor wir uns den Methoden und dem Gerät widmen, noch ein kurzer Blick auf die Anatomie des Stachelritters - schließlich solltest Du wissen, mit wem Du es zu tun hast.
Die vordere Rückenflosse des Zanders ist mit äußerst spitzen Stachelstrahlen durchzogen - eine echte Waffe. Wer schon mal einen Zetti gedrilllt hat, kennt das unangenehme Stechen nur zu gut. Eben daher kommt der Spitzname "Stachelritter". Die hintere Rückenflosse besteht hingegen aus weichen Gliederstrahlen und ist völlig harmlos.

Dieser Stachelritter wurde auf einem #LMAB Drunk Bait mit dem extravaganten Namen Champagner Steffi gefangen.
Im Maul des Zanders sitzen zahlreiche, ungleichmäßige Fangzähne. Sie sind zwar nicht annähernd so scharf wie die eines Hechts, aber trotzdem spitz genug, um Respekt zu verdienen. Dazu kommen feine Bürstenzähne. Das Maul ist tief gespalten, der Kopf läuft spitz zu. Der langgestreckte, spindelförmige Körper macht den Zander zum blitzschnellen Predator.
Die durchschnittliche Länge liegt bei 40 bis 50 Zentimeter - in diesem Bereich liegt auch das Mindestmaß je nach Bundesland. Kapitale Exemplare können jedoch bis zu 1,30 Meter lang und bis zu 19 kg schwer werden. Die Metermarke ist jedenfalls ein lohnendes Ziel für den nächsten Angelausflug. Übrigens: Zander können bis zu 20 Jahre alt werden.
Richtig angeln auf Zander
Wer das erste Mal einen Zander an der Rute gespürt hat, weiß sofort, wovon ich rede: dieses unverwechselbare, typische TOK. Danach willst Du es immer wieder spüren - es macht schlicht süchtig. Nicht nur der anschließende Drill begeistert, auch die Vorbereitung, die Taktik und die Gerätewahl machen das Zanderangeln zu einem besonderen Erlebnis. Es handelt sich eben um einen außerordentlich schlauen Gegner. Zettis machen einfach Laune.
Köderauswahl für Zander
Die richtige Köderauswahl hängt von einer ganzen Reihe von Faktoren ab. Stand- oder Fließgewässer? Das beeinflusst Größe und Gewicht des Köders. Klares oder trübes Wasser? Das ist entscheidend für die Farbe. Und wie ist das Licht? Bei strahlendem Sonnenschein und klaren Verhältnissen bringt ein grell-bunter Köder wenig. Hier sind natürliche Töne in braun oder grün mit Glitzerpartikeln gefragt - unauffällig, aber trotzdem interessant durch Lichtreflexe.
GUT ZU WISSEN:
Schwarze Köder werden häufig unterschätzt. Bei Sonnenschein können sie überraschend gut funktionieren.
Grundsätzlich gibt es verschiedene Wege, auf Zander zu fischen: mit der Pose, der Grundmontage oder mit Kunstködern.
Kunstköder nutzen
Schauen wir uns letzteres etwas genauer an: Da der Zander tagsüber bevorzugt ruhig am Grund steht, wollen wir ihm den Köder genau dort präsentieren. Das heißt: Softbait, Jighaken, fertig - fast. Soft Bait und Jig müssen natürlich noch montiert werden. Hier empfiehlt sich Fluorocarbon als Vorfach. Wenn Du allerdings mit einem kapitalen Hecht rechnest, kann ein Stahlvorfach nicht schaden. Fürs reine Zanderangeln ist das jedoch nicht notwendig.
Das Vorfach sollte etwa einen Meter lang vor die Hauptschnur geknüpft werden - wobei individuelle Vorlieben hier natürlich eine Rolle spielen. Bei der Hakengröße gilt im Zweifelsfall: Ein 3/0 Haken passt auf nahezu jede Ködergröße für unseren Zielfisch.
TIPP:
Verzichte auf einen Wirbel direkt vor dem Köder.
Da ein Gummiköder einen stabilen, eigenen Köderlauf hat, brauchen wir keinen Drall zu verhindern. Ein kleiner Karabiner zum schnellen Köderwechsel ist aber durchaus sinnvoll.
Um die Stachelritter außerhalb ihrer natürlichen Jagdzeiten zu überlisten, muss der Gummi attraktiv und überzeugend am Grund präsentiert werden.
Hier bieten sich verschiedene Methoden der Köderpräsentation an:
Das "Faulenzen" - Der Köder wird ausschließlich über die Rolle animiert. Lässt sich wunderbar mit anderen Jigtechniken kombinieren.
Jiggen: Den Softbait an gestraffter Schnur absinken lassen und im Rhythmus mit schnellen Kurbelbewegungen einholen - dabei immer wieder auf den Grund absinken lassen. Zusätzliche Rutenarbeit aus dem Handgelenk bringt noch mehr Leben in den Köder.
Vertikalangeln - Den Kunstköder an gestraffter Schnur stets vertikal über dem Grund halten. Leichte Zupfbewegungen sorgen für ein verführerisches Spiel. Die Schnur muss dabei immer straff bleiben, sonst verpasst Du den Biss. Diese Methode funktioniert hauptsächlich vom Boot aus, da der Köder hier im optimalen Winkel direkt unter dem Boot steht. Besonders die Drop-Shot-Montage ist dabei eine beliebte Variante.
Hier zeigen wir, wie man richtig auf Zander angelt:
GUT ZU WISSEN:
Das Vertikalangeln vom Boot wird besonders im Winter eingesetzt, wenn die Fische träge sind und einem bewegten Köder kaum hinterherjagen. Im Sommer ist es auch möglich, die Fangquoten sind dann aber deutlich niedriger.
Köderwahl je nach Saison
Im Sommer haben es die Zettis vor allem auf die Brut abgesehen. Passe Deinen Köder diesem Jagdverhalten an und imitiere kleine, schlanke Fische am Grund. Im Winter dagegen darf es ruhig etwas größeres sein - das Nahrungsangebot ist knapp, und die Tiere fressen sich dann gerne satt. Kapitale Zander sind übrigens Einzelgänger, während Durchschnittsgrößen oft in kleinen Gruppen von bis zu vier Fischen unterwegs sind. Knallt es einmal in dieser Größenklasse, sind die Chancen auf einen weiteren Fang nicht gering.
GUT ZU WISSEN:
Halte tagsüber Ausschau nach Schattenkanten, Brücken und Stegen - dort liegen die Zettis bei warmen Temperaturen besonders gerne. In größeren Flüssen lohnt auch die Fahrrinne als Wurfziel.
Köderwahl im Schutz der Dunkelheit
Der Zander ist ein Freund der Dunkelheit - die Dämmerung wirkt wie ein Startsignal für den Stachelritter. Sobald die Sonne versinkt, macht er sich auf die Jagd.
Zeit für Hard Baits: Bei Dämmerung und Dunkelheit lohnt sich ein Köderwechsel auf einen flach laufenden Wobbler. Fische ihn am besten gegen die Strömung, langsam entlang von Steinpackungen und Buhnen. Der Wobbler sollte extrem flach laufen und ruhig geführt werden - das sorgt für eine überzeugende Präsentation und regt zum Beißen an.
TIPP:
Verzichte auf rasselnde oder hochfrequente Hard Baits. In der Ruhe liegt die Kraft - und der Fangerfolg.
Auch UV-aktive und grelle Farben können jetzt ihren Auftritt haben. Vor allem wenn Mondlicht oder Stadtlichter vorhanden sind, erzeugen sie unter Wasser Lichtreflexe, die den Köder noch verlockender wirken lassen.
Anwendungshinweis
Bevor Du Deine Tackle-Box für die nächste Zanderrunde packst, noch ein praktischer Tipp aus der Community: Bereite immer mindestens zwei bis drei verschiedene Rig-Varianten vor - zum Beispiel einen klassischen Jigkopf-Softbait, eine Drop-Shot-Montage und einen flach laufenden Wobbler. So bist Du flexibel, wenn der Zander mal wieder unberechenbar ist und kannst schnell reagieren, ohne am Ufer zu basteln. Gerade beim Nachtangeln spart Dir das vorbereitetete Material viel wertvolle Zeit und Nerven. Bleib anpassungsfähig - das ist beim Zanderangeln oft der entscheidende Unterschied.
Zanderangeln vom Boot
Damit es auf dem Wasser nicht unhandlich wird und Du beim Drill bessere Kontrolle über den Fisch behältst - oder Deinen Mitanglern nicht mit dem Stock ins Gesicht peitscht - sind Ruten zwischen 2,10 und 2,40 Metern die richtige Wahl. Länger sollte es vom Boot aus nicht sein. Beim Vertikalangeln darf es sogar noch kompakter ausfallen: Eine Rutenlänge von 1,80 Metern ist hier absolut ideal.
Wähle eine straffe, aber nicht zu harte Rute. Beim Zander kommt es auf den Anschlag an - Du brauchst direktes Feedback durch die Rute. Ist sie zu weich, wird die Kraft beim Anhieb absorbiert und erreicht den Köder zu spät. Wertvolle Zeit geht verloren, und im schlimmsten Fall auch ein attraktiver Fisch. Nach dem TOK kommt der Anschlag - so einfach ist das.

Während das Zanderangeln am helligten Tag und bei Wärme eher herausfordernd ist, eignen sich die frühen Morgenstunden oder
die Zeit ab der Abenddämmerung ganz besonders gut.
Genauso wichtig ist die Schnur. Geflochtene Schnur ist hier erste Wahl, denn durch ihre geringe Dehnung gibt sie direkte Rückmeldung und lässt Dich Bisse viel besser wahrnehmen als monofile Schnur. Trotzdem empfiehlt sich ein Fluorocarbon-Vorfach. Da der Zander gerne in Bodennähe jagt und dabei oft über steinige Strukturen, Kies oder scharfe Muscheln geführt wird, zahlt sich die höhere Abriebfestigkeit von Fluorocarbon aus.
TIPP:
Wer die Dehnung aus dem Fluorocarbon zumindest teilweise herausbekommen möchte, strafft die gewünschte Länge mehrfach, bevor er sie an die Hauptschnur knüpft. Halte ein Ende fest und lass die Schnur durch die andere Hand laufen, während Du sie stark dehnst. Wiederhole das schnell hintereinander - die Schnur kann dabei recht warm werden, also Vorsicht.
Fluorocarbon hat als Vorfach außerdem den Vorteil, dass es unter Wasser kaum sichtbar ist und dem aufmerksamen Zander nicht sofort ins Auge springt. Eine Fluorocarbon-Schnur in 0,40 oder 0,50 reicht in den meisten Fällen aus - auch bei größeren Fischen. Ein guter Durchschnitt liegt zwischen 0,30 und 0,40 mm.
GUT ZU WISSEN:
Ein Stahlvorfach ist beim Zanderangeln nicht zwingend erforderlich. Seine Zähne sind zwar spitz, aber nicht besonders scharf, sodass Fluorocarbon ausreichend Widerstand bietet. Ein Stahlvorfach wäre für den cleveren Zetti zudem wohl zu auffällig. In sehr trübem Wasser spielt das Material eine geringere Rolle. Rechnest Du jedoch mit Hecht, solltest Du auf Stahlvorfach wechseln.
Stachelritter vom Ufer aus angeln
Vom Ufer aus gelten andere Maßstäbe als vom Boot. Der Abstand zum Wasser ist in der Regel größer, was das Risiko von Hängern und Abrissen beim Einkurbeln erhöht. Eine längere Rute schafft hier Abhilfe.
Vom Ufer aus sollte Dein Stock eine Länge von 2,40 bis 2,70 Metern mitbringen. Bei der Schnurwahl gilt dasselbe wie beim Bootsfischen: etwa ein Meter Fluorocarbon als Vorfach, kombiniert mit einer geflochtenen Hauptschnur als Basis. Wer mit richtig großen Exemplaren rechnet, kann natürlich auch ein Stahlvorfach anbringen - hier scheiden sich die Geister, und letztlich entscheiden eigene Erfahrung und persönliche Vorlieben.
Mehr siehst du auch hier:
Wer sich auf Buhnen und Steinpackungen konzentriert, sollte die Strömung genau im Blick behalten. Es ist deutlich effektiver, den Wobbler oder Softbait gegen die Strömung langsam entlang des Buhnenkopfes einzukurbeln, als ihn mit der Strömung treiben zu lassen. Das langsame Einkurbeln optimiert die Köderpräsentation. Zander beißen bei auflaufendem Wasser deutlich besser, weil das in ihr natürliches Jagdschema passt. Der aufgewirbelte Sand lockt Kleinfische hervor, die im Schlick nach Nahrung suchen - perfekte Bedingungen für den Predator.
Grundangeln auf Zander
Das aktive Kunstköderangeln ist die beliebteste Methode, den Zettis nachzustellen. Eine ebenso effektive Alternative ist jedoch das Grundangeln, da wir uns damit direkt dem natürlichen Verhalten des Zanders anpassen. Tagsüber ist er vergleichsweise passiv, hält sich am Grund auf und wartet auf die Dämmerung, um loszulegen. Gehen wir der Sache also auf den Grund - denn genau dahin wollen wir.
Die Rute darf hier zwischen 2,40 und 3,00 Metern lang sein und sollte eine steife Spitze haben. Ein Wurfgewicht von 10 bis 100 Gramm rundet das Setup ab. Die Vorfachlänge variiert zwischen 30 Zentimeter und 1,20 Metern. Auch hier empfiehlt sich ein 40-mm-Fluorocarbon-Vorfach vor einer geflochtenen Hauptschnur. Verwende bei der Montage ein Laufblei, damit der Zander beim Biss keinen Widerstand spürt. Das Gewicht des Bleis richtet sich nach der Strömung: Je stärker die Strömung, desto schwerer das Blei - und umgekehrt. Zwischen Laufblei und Vorfach gehört ein Wirbel - das verhindert Verheddern und lässt Raum für verschiedene Montagen.
TIPP:
Befestige einen weichen Stopper vor dem Wirbel auf der Hauptschnur - das schont Schnur, Montage und Knoten gleichermaßen.
Entscheidest Du Dich für einen Köderfisch, greife zu einem langschenkligen Haken der Größe 1 oder 2. Das Grundangeln mit Köderfisch ist äußerst ergiebig, aber nicht zwingend. Mein persönlicher Rekord-Zander entstand beim Grundangeln mit Tauwurm - und ich konnte einige weitere Zettis in ähnlicher Größe mit derselben Kombination nachlegen.
GUT ZU WISSEN:
Den Köderfisch vom Kopf in Richtung Schwanz mit einer Ködernadel aufziehen. Der Haken muss aus dem Kopf oder dem Kiemendeckel herausschauen, damit der Zander beim Schlucken keinen Widerstand spürt - er mag seine Beute am liebsten mit dem Kopf zuerst. Lass ihm Zeit, den Köder in Ruhe zu schlucken. Zusätzlich kannst Du die Rolle offen lassen oder einen Baitrunner nutzen. Erst wenn der Fisch ruhig wird und im Begriff ist, den Köder komplett zu schlucken, dann und nur dann setzt Du den Anhieb. Das braucht Feingefühl und manchmal viel Geduld - aber das kommt mit der Erfahrung.
Schleppangeln auf Zander
Eine weitere Möglichkeit ist das Schleppangeln auf Zander. Hierzulande mag die Methode nicht immer überzeugen, aber im Ausland kann sie echte Traumfänge liefern. Mit leichten Bleiköpfen und kleinen, druckvollen Ködern - den sogenannten Drunk Baits - lässt sich Daniel in Top-Form beim Schleppangeln auf Zander beobachten. Ein Ausflug, der sich sehen lassen konnte.
Mehr erfährst du auch in diesem Video:
Catch & Release: Den Fisch richtig behandeln
Der Zander zählt zu den empfindlichsten Fischen überhaupt, wenn es um Catch & Release geht. Deshalb ist es so wichtig, die Eigenheiten des Zanders zu kennen und entsprechend zu handeln. Handling-Dauer und behutsamer Umgang sind natürlich entscheidend. Besonders kritisch ist jedoch, dass die Sterblichkeitsrate der Zettis stark ansteigt, wenn sie aus größeren Tiefen gefangen und anschließend zurückgesetzt werden - das sogenannte Barotrauma. Bis etwa drei Metern Tiefe hält sich das Risiko in Grenzen. Was darüber hinausgeht, erfordert bewussten und besonders schonenden Drill.
Den Fisch in jedem Fall vorsichtig landen - im besten Fall noch im Wasser im gummierten Kescher abhaken. Den Zetti nicht länger als nötig an der Luft lassen und so rasch wie möglich zurücksetzen, gerade an warmen Tagen. Lege ihn dabei nicht auf den Rücken, sondern stabilisiere ihn an der Schwanzwurzel, bis er sich erholt hat und davonschwimmt.
TIPP:
Manchmal hilft es, den Fisch sanft an der Schwanzwurzel hin und her zu bewegen, um ihn zu stabilisieren.

Wie auf diesem Bild wunderbar zu erkennen ist: Den Zander behutsam ins Wasser setzen und an der Schwanzwurzel stabilisieren.
Zusammenfassung
Du hast es bis hierher geschafft - Respekt! Wir hoffen, dass Dir dieser Guide ein paar nützliche Werkzeuge für die nächste Zanderrunde mitgegeben hat. Denk immer daran: Dieser Artikel speist sich aus vielen eigenen Erfahrungen sowie denen von Teamanglern und Freunden - Profis wie Einsteiger. Ausnahmen bestätigen stets die Regel, und kein Gewässer gleicht dem anderen. Was für Dich am besten funktioniert, findest Du nur durch ausprobieren heraus - und vielleicht landet dabei ja der eine oder andere kapitale Zetti an Deinem Haken.
Hast Du Fragen oder konkrete Tipps, die Du teilen möchtest? Schreib es in die Kommentare - wir antworten so schnell wie möglich. Bis dahin: Viel Erfolg am Wasser und ordentlich Zander am Haken.
Petri,
Dein Hecht & Barsch Team von hechtundbarsch.at


























