Vereinsausschlüsse auf der einen, überfischte Gewässer und ein wachsendes ökologisches Bewusstsein auf der anderen Seite: Das Thema Catch and Release bringt die Angelszene seit Jahren zum Kochen. Und nicht nur die – auch Menschen, die selbst nie eine Angel in der Hand hatten, mischen sich in diese Debatte ein und haben dabei oft eine klare Haltung. Für Angelerinnen und Angler bedeutet das: enormen rechtlichen, ökologischen und politischen Druck von vielen Seiten gleichzeitig. Irgendwann steht jeder von uns vor der Frage, wo er oder sie in dieser Grundsatzdiskussion eigentlich steht.
Diese Aspekte betrachten wir
Was aber, wenn man die emotionalen Argumente für einen Moment beiseitelegt und stattdessen mit wissenschaftlichem Blick auf die Fakten schaut? Wie sieht die Rechtslage wirklich aus? Welche ökologischen und ethischen Schlüsse lassen sich aus der Forschung ziehen? Und was ist dran an den Horrormeldungen über Fische, die nach dem Release qualvoll an Pilzbefall sterben? Als Biologe und Umweltwissenschaftler liegt für mich der Gang in die wissenschaftliche Literatur auf der Hand, wenn ich meine eigenen Annahmen auf den Prüfstand stellen möchte. Die Schonzeit dieses Jahres habe ich genutzt, um verfügbare Quellen und Studien systematisch auszuwerten – und diese Erkenntnisse möchte ich jetzt mit der Community teilen.
Im Folgenden nehme ich zunächst eine kurze, nicht abschließende rechtliche und begriffliche Einordnung vor, um dann vor allem die biologisch-ökologischen Gesichtspunkte für unsere heimischen Zielfische herauszuarbeiten. Wer Theorie scheut, findet am Ende handfeste Empfehlungen für das Handling gefangener Fische – direkt aus den vorliegenden Daten abgeleitet.
Der Begriff Catch and Release: Wovon reden hier eigentlich alle?
Ein guter Einstieg ist der Blick auf die sozioökonomische Bedeutung des Angelns (Finch, 2006). Fischen war über Jahrhunderte schlicht Nahrungsbeschaffung. Mit steigendem Wohlstand und gesellschaftlicher Ausdifferenzierung entwickelte sich daraus nach und nach die Freizeitfischerei als eigenständige Sportart.
Angeln als Sport mit wirtschaftlicher Bedeutung
Heute ist der Angelsport ein ernstzunehmender Wirtschaftsfaktor. In den USA gingen 2017 rund 46 Millionen Menschen angeln – das erzeugte eine Wirtschaftsleistung von 115 Milliarden Dollar und floss zu 1,7 Milliarden Dollar in Umweltschutzprojekte (Southwick Associates, 2017). In Deutschland ist die Zahl der aktiven Angler in den letzten zwei Jahrzehnten kontinuierlich gestiegen; 2017 gingen etwa vier Millionen Menschen diesem Hobby mindestens gelegentlich nach.
Angelvereine gehören hierzulande nach Fußball- und Tennisvereinen zu den mitgliederstärksten Organisationen im Sport (Bundesministerium für Binnenfischerei, 2016).
Eine telefonische Zufallserhebung mit 474 aktiv angelnden Personen (Arlinghaus, 2004) lieferte weitere aufschlussreiche Zahlen: Im Jahr 2002 hingen rund 52.000 Arbeitsplätze direkt am Angelsport, der wirtschaftliche Gesamtnutzen lag bei etwa 6,4 Milliarden Euro jährlich. Im Schnitt entnimmt jede angelnde Person rund 13 kg Fisch pro Jahr, was sich auf einen Gesamtertrag von 45.000 Tonnen summiert.
Bemerkenswert ist außerdem, dass das Umweltbewusstsein der Befragten in dieser Studie als moderat eingestuft wurde – vor allem weil viele die negativen Auswirkungen auf Gewässerökosysteme als gering einschätzten. Die Mehrheit sprach sich dafür aus, Überfischung lieber durch bessere Gewässerqualität oder verstärkten Besatz zu bekämpfen, als das eigene Verhalten grundlegend zu ändern.
Zurücksetzen wird populärer
Die ersten dokumentierten Fälle gezielten Zurücksetzens von Fischen stammen aus England vor über hundert Jahren. Als Instrument des Gewässermanagements tauchen frühe „no-kill"-Zonen erstmals 1952 in Gewässern des US-Bundesstaates Michigan auf. In Deutschland waren es vor allem Wels- und Karpfenangler, die sich bereits vor Jahrzehnten mit internationalen Studien zum Wiederfang großer Fische beschäftigten (vgl. Finch, 2006). In der deutschen Raubfischangelszene hat sich das gezielte Zurücksetzen seit über einem Jahrzehnt etabliert – und die Bedeutung nimmt gerade in den letzten Jahren spürbar zu.
Rechtliche Einordnung: Ist Catch and Release illegal?
In fast allen europäischen Nachbarländern ist das Zurücksetzen bestimmter Fischarten und -größen längst ganzjährig geregelt und akzeptiert. Deutsche Angler hingegen sehen sich häufig mit der Pflicht konfrontiert, maßige Fische töten und entnehmen zu müssen. Begründet wird das oft mit Stammtisch-Argumenten: „Das war schon immer so, und dabei bleibt es."
An meinen Heimatgewässern etwa kann man bereits dafür aus dem Verein ausgeschlossen werden, wenn man eine Abhakmatte mitführt – weil das als Hinweis auf gezieltes Zurücksetzen gilt. Jede sachliche Diskussion über Sinn und Unsinn dieser Regelungen endet meist abrupt mit dem Verweis auf angeblich klare gesetzliche Verbote.
Tierschutzgesetz in Deutschland
Schauen wir uns also an, was das Gesetz tatsächlich sagt:Grundlage für die gesamte Sportfischerei ist zunächst das bundesweit gültige Tierschutzgesetz. Dessen §1 TierSchG hält fest, dass Tiere als Mitgeschöpfe zu schützen sind und niemand ihnen ohne vernünftigen Grund Schmerzen, Leiden oder Schaden zufügen darf. § 17 ergänzt, dass das Töten eines Wirbeltieres ohne vernünftigen Grund sowie das Zufügen erheblicher Schmerzen aus Rohheit mit bis zu drei Jahren Freiheitsstrafe oder Geldstrafe geahndet werden kann.
Auf diesen beiden Paragrafen fußen die Klagen gegen Anglerinnen und Angler, die in den letzten Jahren häufiger geworden sind. Dass Haken, Drill und Landen eines Fisches für diesen mit Stress und Schmerz verbunden sind, wird kaum ein Gericht bestreiten – die entscheidende und viel diskutierte Formulierung ist die des „vernünftigen Grundes".
Verzehrabsicht oder Hege und Pflege?
Die aktuelle Rechtsprechung sieht vor allem die Verzehrabsicht als vernünftigen Grund an, der das Angeln legitimiert (vgl. Arlinghaus & Jendrusch, 2005).
Doch was gilt, wenn man beim Barsch- oder Forellenangeln mit Verzehrabsicht einen maßigen Hecht fängt, den man nicht essen möchte? Dann wird es juristisch schnell unübersichtlich. Fischereiberechtigte tragen darüber hinaus den gesetzlichen Auftrag zur „Hege und Pflege" ihres Gewässers – sie müssen also durch entsprechendes Management einen natürlichen oder naturnahen Zustand des Gewässers und seiner Fischbestände anstreben, fördern oder erhalten (ebd.: 49).
Fischereigesetze der Länder
Unterhalb des Tierschutzgesetzes regeln die Fischereigesetze der einzelnen Bundesländer die konkreten Befugnisse und Verbote für Berufsfischer und Angler. Diese Gesetze legen den Umgang mit Fischen, Neunaugen, Krebsen und Muscheln fest und enthalten neben den Erlaubnisregelungen vor allem die für uns relevanten Schonzeiten und Mindestmaße.
Meiner Einschätzung nach sind diese Mindestmaße teilweise nicht ökologisch fundiert, sondern stammen aus einer Zeit, in der Fische schlicht nach Kilogewicht bewertet wurden. Ein Hecht von 50 cm bringt im Schnitt ein Kilogramm auf die Waage – kein Zufall, sondern berechnete Praxis auf Basis des sogenannten Korpulenzfaktors.
Dasselbe Prinzip gilt zum Beispiel für den Karpfen bei 35 cm, was in einigen Bundesländern dem gesetzlichen Mindestmaß entspricht. Ob maßige Fische zu diesem Zeitpunkt bereits erfolgreich abgelaicht haben, ist dabei eine offene Frage – die Korrelation zwischen Alter und Länge hängt stark von den Bedingungen des jeweiligen Gewässers ab.
Wann muss zurückgesetzt werden?
Bleiben wir aber kurz bei der Rechtslage:Das schonende Zurücksetzen gefangener Fische ist in bestimmten Situationen ausdrücklich erlaubt – oder sogar Pflicht. Das gilt zum Beispiel, wenn ein Fisch während einer artspezifischen Schonzeit gefangen wird oder das Mindestmaß nicht erreicht hat.
Gleiches gilt für ganzjährig geschonte Arten, etwa wiederangesiedelte Salmoniden. Allerdings haben einige Bundesländer für maßige, ungeschonte Fische eine Entnahmepflicht im Landesrecht verankert – in diesen Fällen ist das Zurücksetzen außerhalb der Schonzeit eine illegale Handlung.
Trophäenangeln vermeiden
Das Angeln mit dem alleinigen Ziel des Trophäenfangs oder eines Fotos sehen Gerichte sehr kritisch – hier drohen erfolgreiche Klagen. Aus § 17 TierSchG ergibt sich, dass Leidensdauer und Intensität beim Drill, beim Landen und Abhaken auf das absolut notwendige Minimum zu begrenzen sind. Das gezielte Angeln auf große, kampfstarke Fische mit leichtem Gerät, das bewusste „Auskosten" des Drills oder das Warten auf den perfekten Fotowinkel sind aus rechtlicher Sicht äußerst heikel und sollten konsequent vermieden werden.
Belegt ist außerdem, dass die gesellschaftliche Akzeptanz des Angelns in der nichtangelnden Bevölkerung stark von der Motivation der Angler abhängt (vgl. Arlinghaus & Riepe, 2014). Das Zurücksetzen aus ökologischen Gründen steht dabei nicht im Widerspruch zu gesellschaftlichen Moralvorstellungen – das Angeln ohne jegliche Verzehrabsicht hingegen schon.
Welche Gründe gelten als ökologisch sinnvoll? Und was passiert mit einem Fisch nach dem Release wirklich? Diesen Fragen widmen wir uns jetzt.
Ökologische Perspektive: Catch and Release für die Hege?
Die Müritzfischer in Deutschland zeigen, wie es gehen kann: In vielen Gewässern unter dem Fischereirecht der Müritz-Plau GmbH gibt es ein Entnahme- oder Küchenfenster für Hechte und Karpfen. Fische sind demnach nicht nur unterhalb des Mindestmaßes (dort aktuell 60 cm) zurückzusetzen, sondern ab einem festgelegten Höchstmaß von 90 cm für Hechte auch im Sinne des Laichfischschutzes zwingend freizulassen.
Wenn man davon ausgeht, dass große Fische besonders wertvolle Erbanlagen an ihre Nachkommen weitergeben, ist dieser Ansatz ökologisch absolut nachvollziehbar. Zu wünschen wäre, dass dieses Modell in weiteren Regionen Schule macht – wobei der Einsatz jedes einzelnen Anglers dabei gefragt ist.
Ethische Perspektive betrachten
Für die meisten von uns brennt vor allem eine Frage: Was passiert nach dem Release wirklich mit dem Fisch? Überlebt er? Wie kann ich sicherstellen, dass er es tut? Viele handeln hier nach Bauchgefühl, Tipps kursieren in einschlägigen Foren und Magazinen – gut gemeint, aber selten evidenzbasiert. Kaum ein zurückgesetzter Fisch wird anschließend kontrolliert wiedergefangen und untersucht. Und selbst wenn ein zuvor gereleaseter Fisch tot aufgefunden wird, lässt sich daraus weder zwingend eine Kausalität ableiten, noch taugt ein Einzelfall als wissenschaftliche Grundlage. Für die meisten Angler gilt das Untertauchen des Fisches als Erfolgsbeweis.
International ist die Studienlage zu Catch and Release mittlerweile recht breit, Daten zu heimischen Raubfischen sind jedoch zum Teil schwerer zu bekommen. Die Zeitschrift „Blinker" wertete in einem aktuellen Artikel über 100 Studien zu heimischen und nah verwandten Arten aus und kam auf eine durchschnittliche Sterblichkeit von 15,6 Prozent der zurückgesetzten Fische (Blinker, 03/2018). Diese Zahl variiert je nach Art erheblich und hängt zudem von einer Vielzahl weiterer Faktoren ab. Die Überlebenschance steigt dabei auf nahezu 100 Prozent, wenn Fangtiefe, Handling und Umweltbedingungen stimmen (ebd.).
Im Folgenden schauen wir uns diese Daten artbezogen an und ergänzen sie, wo möglich, durch weitere verfügbare Studien.
Hecht
Für Hechtartige liegt die durchschnittliche Überlebensrate bei 90,4 Prozent – das heißt, unter variablen Bedingungen stirbt etwa jeder zehnte gereleasete Fisch. Werden Hechte jedoch unverletzt und schonend behandelt, steigt diese Rate auf 100 Prozent.
Arlinghaus et al. (2009) untersuchten in einer kombinierten Feld- und Laborstudie die physiologischen Auswirkungen des Catch-and-Release-Stresses auf Hechte. Im Fokus standen unter anderem muskuläre Laktatkonzentrationen und zelluläre Energiespeicher als Indikatoren für starke körperliche Belastung sowie die Wiederherstellung normaler Verhaltensmuster. Ergebnis: Bei einer Luftexpositionszeit von bis zu 300 Sekunden zeigten Hechte spätestens nach einigen Stunden wieder normales Verhalten (ebd.). Baktoft et al. (2013) kommen zu ähnlichen Befunden, weisen aber darauf hin, dass höhere Wassertemperaturen die Erholungsdauer verlängern – die Handlingzeit sollte daher besonders im Sommer so kurz wie möglich gehalten werden. Dasselbe gilt für die Drilldauer, die bei keiner Fischart länger dauern sollte als unbedingt nötig (Finch, 2006).
Zusätzlich zeigen Studien zur Hakenposition im Hechtmaul klare Zusammenhänge mit Ködergröße und -typ (Arlinghaus et al., 2011). Kleine und weiche Köder unter 75 mm landen häufiger an Kiemen oder Schlund und verursachen damit schwerere Verletzungen, während größere Baits überwiegend am Kiefer haken (ebd.). Das wirkt sich direkt auf Handlingdauer und Verletzungsgrad – und damit auf die Überlebenschance – aus.
Zander
Zander gelten als besonders empfindlich gegenüber Catch and Release. Ausschlaggebend sind auch hier vor allem Handlingdauer und Fangtiefe. Die artspezifische Mortalitätsrate liegt bei 24,6 Prozent; für den nahen nordamerikanischen Verwandten, den Walleye, weisen größere Studien eine Rate von 18,6 Prozent aus. Werden Zander aus Tiefen von mehr als zehn Metern geholt, steigt die Sterblichkeit durch Barotrauma drastisch an. Beißen die Fische flach, sind gut gehakt und werden zügig versorgt, lässt sich die Rate jedoch deutlich unter die genannten Werte drücken.
Schonender Release - Dieser tolle Zander wurde an der Schwanzwurzel gehalten, um die Stabilität des Fisches im Wasser beim Release zu wahren
Barsch
Direkte Studien zum Europäischen Flussbarsch sind rar, doch lassen sich aus dem Vergleich mit verwandten Barschartigenfischen ähnliche Schlüsse ziehen wie beim Zander. Besonders die Anatomie der Schwimmblase ist vergleichbar, weshalb auch beim Barsch die Fangtiefe eine entscheidende Rolle spielt.
In einer Studie zum Amerikanischen Flussbarsch (Perca flavescens) fingen Wissenschaftler Fische aus verschiedenen Tiefen und maßen ihre Erholungszeit. Aus drei Metern Tiefe erholten sich 90 Prozent der Fische in unter drei Sekunden, aus sechs Metern gelang das nur noch 37 Prozent in dieser Zeit (Klingsheim, 2016). Keiner der 240 gefangenen Fische starb, aber der Autor wertet diese Ergebnisse als deutliche Hinweise auf drastisch erhöhten Stress bei größeren Tiefen (ebd.). Ergänzend wird darauf hingewiesen, dass der Europäische Flussbarsch bereits bei Tiefenänderungen von 20 Prozent erste Barotrauma-Symptome zeigen kann (ebd.).
Nach dem Keschern von Barschen sollte der weit verbreitete „Barschgriff" – also das Halten des Fisches an der Unterlippe – nur angewendet werden, wenn der Fisch dabei vollständig senkrecht gehalten wird. In waagerechter Position entstehen enorme Belastungen an Nacken- und Rückenstrukturen, was die Sterblichkeitsrate steigen lässt.

Der Maulgriff, auch bekannt als Barschgriff – schonend für Mensch und Fisch, jedoch sollte man einen größeres Exemplar noch im hinteren Bereich stützen.
Salmoniden
Forellenartige gelten als besonders empfindlich, zeigen in verschiedenen Studien jedoch Mortalitätsraten, die denen anderer hier betrachteter Arten ähneln (z.B. Ferguson & Tufts, 1992; Brobbel et al., 1996). Besonders kritisch sind dabei die Wasser- und Lufttemperaturen: Mit steigenden Temperaturen nehmen auch die Sterblichkeitsraten signifikant zu. Bei Regenbogenforellen hat sich außerdem gezeigt, dass eine besonders kurze Luftexposition von unter 60 Sekunden notwendig ist, um die Überlebenschancen auf einem hohen Niveau zu halten.
Zusammenfassung und Leitlinien für die Praxis
Unterm Strich lässt sich sagen: Catch and Release ist rechtlich komplex, aber durchaus legal umsetzbar. Die vorliegenden Studien belegen positive Effekte auf die Stabilität von Fischpopulationen – ein Entnahmefenster, wie es in Deutschland bislang leider nur vereinzelt praktiziert wird, ist aus ökologischer Sicht absolut sinnvoll. Für einige heimische Zielfische fehlen noch belastbare Daten, und entsprechend valide Experimente sind aufwendig. Dennoch lassen sich klare Handlungshinweise ableiten.
Folgendes solltest Du artübergreifend beachten, damit gefangene Fische den Release langfristig ohne Folgen überstehen:
- Fische möglichst wenig oder unverletzt halten – spare mit zusätzlichen Haken und entferne Widerhaken durch Andrücken oder rüste Köder entsprechend ab.
- Die Drillzeit so kurz wie möglich halten – passendes, kräftiges Gerät ist dabei keine Option, sondern Pflicht.
- Landen am besten mit einem gummierten Kescher, in dem der Fisch möglichst noch im Wasser abgehakt werden kann. Alternativ bieten sich nasse Abhakmatten an, um die Schleimhaut zu schonen.
- Handlandungen sind bei entsprechendem Können möglich – kein Kontakt zu den Kiemen, bei großen Fischen den Bauch stützen.
- Luftexposition auf ein absolutes Minimum reduzieren.
- Kleine Fische sind empfindlicher als große – untermaßige Fänge am besten direkt im Wasser freilassen.
- Beim Zurücksetzen den Schwanzwurzelgriff im Wasser nutzen und den Fisch halten, bis er von allein abschwimmt.
- Tiefsitzende Haken lieber kappen – lange Entfernungsversuche erhöhen die Sterblichkeit mehr als ein im Maul verbleibender Köder.
- Extreme Wassertemperaturen – ob zu warm oder zu kalt – möglichst meiden.

Schonender Release: Die Forelle wird im Schwanzwurzelgriff gehalten, bis er davon schwimmt.
Ich hoffe, Du konntest aus diesem Text ein paar Denkanstöße für die kommende Saison mitnehmen – über Dein Feedback freue ich mich sehr! Wenn Du weitere Themen hast, die unbedingt einmal aus wissenschaftlicher Sicht beleuchtet werden sollten, hinterlasse gerne einen Kommentar.
Petri, Ihno
Quellen:
- Arlinghaus, R. (2004): Angelfischerei in Deutschland – eine soziale und ökonomische Analyse. Abgerufen unter: https://www.researchgate.net/profile/Robert_Arlinghaus/publication/285343697_Recreational_fisheries_in_Germany_-_A_social_and_economic_analysis/links/56c58fba08ae736e7047bfbd.pdf
- Arlinghaus, R.; Jendrusch, K. (2005): Catch & Release – Eine juristische Untersuchung. In: Agrar- und Umweltrecht, Heft 2, 48-51.
- Arlinghaus, R.; Cooke, S. J.; Gingerich, Andrew; Klefoth, Thomas; Suski, Cory (2009): Physiological and behavioural consequences of catch-and-release angling on northern pike (Esox lucius L.). In: Fisheries Research Vol. 93/3, 223-233.
- Arlinghaus, R.; Klefoth, T.; Kobler, A.; Cooke, S. J. (2011): Size Selectivity, Injury, Handling Time, and Determinants of Initial Hooking Mortality in Recreational Angling for Northern Pike: The Influence of Type and Size of Bait. In: North American Journal of Fisheries Management Vol. 28/1.
- Arlinghaus, R.; Riepe, C. (2014): Einstellungen der Bevölkerung in Deutschland zum Tierschutz in der Angelfischerei. In: Berichte des IGB, Heft 27.
- Baktoft, H.; Aarestrup, K.; Berg, S.; Boel, M.; Jacobsen, L.; Koed, A.; Pedersen, M.W.; Svendsen, J.C.; Skov, C. (2013): Effects of angling and manual handling on pike behaviour investigated by high-resolution positional telemetry. In: Fisheries Management and Ecology Vol. 20/6.
- Brämick, U. (2015): Jahresbericht zur Deutschen Binnenfischerei und Binnenaquakultur. Abgerufen unter: http://www.bmel.de/SharedDocs/Downloads/Landwirtschaft/EU-Fischereipolitik-Meeresschutz/JahresberichtBinnenfischerei.pdf?__blob=publicationFile
- Brobbel, M.; Wilkie, M.; Davidson, K.; Kleffer, J.; Bielak, A.; Tufts, B. (1996): Physiological effects of catch and release angling in Atlantic salmon (Salmo Salar) at different stages of freshwater migration. In: Canadian Journal of Fisheries and Aquatic Sciences 53 (9).
- Ferguson, R.; Tufts, B. (2011): Physiological Effects of Brief Air Exposure in Exhaustively Exercised Rainbow Trout (Oncorhynchus mykiss): Implications for „Catch and Release" Fisheries. In: Canadian Journal of Fisheries and Aquatic Sciences 49 (6).
- Finch, O. (2006): Catch and Release – wissenschaftlich betrachtet. In: carp connect, Heft 26/2006, 36-39.
- Klingsheim, B. J. (2006): Influence of Depth and Retrieval Speed on Yellow Perch – Barotrauma Recovery Time in Winter. Abgerufen unter: https://pdfs.semanticscholar.org/7dfc/f59cecb1940185d422a4cc8d21f6601ac635.pdf
- Southwick Associates (2017): Economic Contributions of Recreational Fishing: U.S. Congressional Districts. Abgerufen unter: http://asafishing.org/wp-content/uploads/ASA-Congressional-District-Fishing-Impacts-Report-115th-Congress.pdf































